Fünf Mythen zu Glutenunverträglichkeit

Bauchschmerzen nach dem Essen? Faktencheck zum Klebereiweiß

Wer regelmäßig Bauchschmerzen nach Brot oder Pasta hat, kommt schnell zu dem Verdacht: Vertrage ich kein Gluten? Gluten ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste vorkommt und Teig elastisch macht. 

Rund um das Thema Glutenunverträglichkeit kursieren zahlreiche Irrtümer. 

Nicht jede Unverträglichkeit ist gleich. Die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung, gibt einen Überblick über die wichtigsten Mythen und klärt auf.

Mythos 1: „Gluten ist für alle Menschen schädlich.“

Falsch! Viele glauben, Gluten schade grundsätzlich der Gesundheit. Das stimmt nicht: Nur Menschen mit Zöliakie bzw. Glutenunverträglichkeit sollten Gluten meiden. 

Eine glutenfreie Ernährung bietet für Gesunde keine Vorteile. Im Gegenteil: Wer etwa auf glutenhaltige Vollkornprodukte verzichtet, nimmt oft weniger Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe auf. 

Die Risiken steigen; langfristig drohen zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein erhöhtes Diabetes-Typ-2-Risiko.

Mythos 2: „Glutenunverträglichkeit und Zöliakie sind dasselbe.“

Das ist nicht richtig. Zöliakie ist eine chronische Autoimmunerkrankung, bei der schon kleinste Mengen Gluten zu Entzündungen im Darm führen. 

Die sogenannte nicht-zöliakische Glutensensitivität verursacht zwar Beschwerden, wie zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, aber keine dauerhaften Schäden am Körper. Nur bei Zöliakie ist eine lebenslange, strikte glutenfreie Ernährung notwendig.

Mythos 3: „Glutenfreie Ernährung ist automatisch gesünder.“

Stimmt nicht! Viele glutenfreie Produkte enthalten mehr Zucker, Fett oder Zusatzstoffe als glutenhaltige Alternativen. Wer sich glutenfrei ernähren muss, sollte besonders auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung achten. 

Glutenhaltige Vollkornprodukte liefern wichtige Ballaststoffe, B-Vitamine, Eisen, Magnesium und Folsäure. 

Wer darauf verzichtet, sollte gezielt auf nährstoffreiche glutenfreie Alternativen wie Quinoa, Buchweizen, Hirse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen sowie viel frisches Gemüse und Obst setzen.

Mythos 4: „Glutenunverträglichkeit kann man selbst diagnostizieren.“

Lieber nicht! Die Symptome einer Glutenunverträglichkeit sind oft unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Eine Selbstdiagnose oder eigenmächtig verordnete Diät ist riskant. 

Zwar gibt es Selbsttests für zu Hause, aber diese liefern lediglich eine grobe Einschätzung. 

Nur eine ärztliche Untersuchung – zum Beispiel durch Bluttest bzw. Darmbiopsie – bringt Klarheit. 

Wer vor einer Diagnose auf Gluten verzichtet, erschwert die ärztliche Diagnose: Wenn kaum Gluten in der Nahrung war, kann auch keine Reaktion des Körpers darauf festgestellt werden. Symptome können abgeschwächt sein oder ganz fehlen.

Mythos 5: „Gluten steckt nur in Brot, Pizza und Nudeln.“

Leider falsch! Gluten ist nicht nur in klassischen Backwaren enthalten, sondern kann beispielsweise in Fertiggerichten, Saucen, Wurst oder Süßigkeiten vorkommen. 

Wer Gluten meiden muss, sollte Zutatenlisten genau lesen und auf die Kennzeichnung „glutenfrei“ oder das Symbol der durchgestrichenen Ähre achten. 

Gut zu wissen: Hafer ist zwar von Natur aus glutenfrei, kann aber bei Anbau, Ernte, Transport oder Weiterverarbeitung mit Gluten kontaminiert werden. 

Kontrollierter glutenfreier Hafer trägt einen entsprechenden Hinweis auf der Verpackung.

Mehr Informationen rund um Gluten – Unverträglichkeit, Ernährung, und typische Fallen – finden Interessierte unter www.debeka-gesundheit.de