Veränderung beginnt bei der Identität

Neuausrichtung – von innen nach außen

Viele Menschen spüren den Wunsch nach Veränderung – und bleiben dennoch in alten Mustern gefangen. Der Grund: Transformation wird oft zu groß
gedacht. Statt radikaler Umbrüche braucht es vor allem bewusste Schritte, klare Selbstreflexion und den Mut, gewohnte Komfortzonen regelmäßig zu verlassen. „Am Ende handeln wir immer so, wie wir glauben zu sein“, sagt Mentalcoach Michael von Kunhardt. 

„Nachhaltige Transformation beginnt aber nicht bei der Formulierung von Zielen, sondern bei der Arbeit an der eigenen Identität.“ Mit kleinen Alltagsimpulsen lässt sich der innere Autopilot abschalten und der persönliche Kurs neu justieren.

Identitätsbasiert denken statt Vorhaben sammeln

  • Klassische Vorsätze lauten oft: „Ich will mehr Sport machen.“

  • Identitätsarbeit setzt tiefer an: „Ich bin jemand, der sich um seinen Körper kümmert.“

Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend, denn Vorhaben brauchen Motivation – die innere Haltung steuert Entscheidungen automatisch.

„Wenn das Selbstbild klarer wird, entstehen Handlungen aus Stimmigkeit und Leichtigkeit, nicht aus Disziplin“, weiß Michael von Kunhardt. „Wer sich als gesundheitsbewusste Person versteht, fragt nicht mehr, ob Bewegung heute stattfindet, sondern wie sie ganz konkret aussehen kann.“

Veränderung beginnt im Kleinen

Der Mensch liebt Gewohnheiten – doch sie halten häufig fest. Wer Routinen gelegentlich gezielt bricht, aktiviert neue Denk- und Verhaltensmuster. „Es geht darum, bestimmt Dinge im Alltag radikal anders zu machen und somit Veränderung zu üben“, erläutert der Experte. Kleine, bewusste Abweichungen vom Tagesablauf wie ein anderer Arbeitsweg, ein neues Morgenritual oder zehn Minuten tägliche Bewegung können eingefahrene Strukturen in Bewegung bringen.

Was will ich wirklich – und wer will ich sein?

Transformation setzt Reflexion voraus. Wer nicht weiß, wohin er will, bleibt nur im Reagieren stecken und es ist reiner Zufall, ob er dort ankommt, wo es ihm gefällt. 

„Entscheidend ist, sich regelmäßig mit den eigenen Werten, Zielen und inneren Antreibern  auseinanderzusetzen“, weiß der Mentalcoach. „Dabei zeigen sich oft überraschend eindeutige Muster.“ Die Reflexion über Fragen wie „Was gibt mir Energie, was zieht sie ab?“ ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, Entscheidungen zu treffen, die zum gewünschten Selbstbild passen. 

Vermeidungsverhalten verstehen

Menschen meiden nicht ohne Grund bestimmte Situationen. Häufig liegt dort die Angst vor Ablehnung, Konflikt oder Kontrollverlust, manchmal ist es auch die Bindung an ein altes Selbstbild, das nicht infrage gestellt werden soll. Doch genau dort liegen häufig Entwicklungschancen.

„Wer erkennt, was er vermeidet und warum, gewinnt Handlungsspielraum zurück“, rät Michael von Kunhardt. „Wenn das ‚Warum‘ klar wird, entsteht Wahlfreiheit: So kann sich bewusst entschieden werden, den alten Mustern zu folgen oder das gewünschte Selbst zu verwirklichen.“

Mut in machbaren Dosen trainieren

Echte Veränderung braucht Auseinandersetzung, aber nicht als radikalen Umbruch. „Sogenannte Mini-Konfrontationen bauen Selbstwirksamkeit in alltagstauglichen Portionen auf“, erklärt der Profi. „Das kann bedeuten, die eigene Meinung früher oder öfter auszusprechen, eine Bitte klarer zu formulieren oder eine Grenze zu setzen, die sonst geschluckt worden wäre.“ Solche kleinen Schritte sind wie Trainingsreize: Sie stärken das Vertrauen, um auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben. 

Das eigene Narrativ neu erzählen: Sprache formt Identität

Menschen leben nach den Geschichten, die sie über sich selbst erzählen – oft jahrelang, ohne sie zu hinterfragen.

Sätze wie „Ich war schon immer schlecht organisiert“ oder„Ich bin einfach keine sportliche Person“ wirken unterschwellig wie ein Mantra und beeinflussen Verhalten, bevor überhaupt bewusst entschieden wird.

Identitätsarbeit heißt nicht, sich etwas schönzureden, sondern die eigene Geschichte entwicklungsfähig zu machen, zum Beispiel indem aus „Ich kann das nicht“ ein „Ich lerne das“ wird.

„Wer seine Sprache verändert, beeinflusst sein Selbstbild – und wer sein Selbstbild verändert, transformiert sein Verhalten“, resümiert Michael von Kunhardt. 

Wer gern mehr erfahren möchte, findet weitere Informationen unter: https://www.vonkunhardt.de/