Rück(en)sicht im Berufsalltag
Wie sich jobbedingten Rückenschmerzen vorbeugen lässt
Ob stundenlanges Stehen, einseitige Belastungen oder das Tragen schwerer Lasten in gebückter Haltung – viele Deutsche leiden aufgrund ihres Arbeitsalltags unter Rückenschmerzen. Rund 41 Prozent der Beschwerden gehen laut der „Global Burden of Disease“-Studie (2019) auf Rauchen, Übergewicht und Belastungen am Arbeitsplatz zurück.
„Grundsätzlich gibt es zwei Hauptursachen für arbeitsbedingte Rückenschmerzen. Zum einen handelt es sich um Fehlbelastungen, die etwa bei schwerer körperlicher Arbeit oder bei einseitigen Tätigkeiten entstehen“, erklärt Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin, und fügt hinzu: „Zum anderen führt Bewegungsmangel, etwa bei überwiegend sitzender Arbeit, ebenfalls häufig dazu.“ Dr. Sabarini gibt fünf Tipps, wie sich berufsbedingten Rückenbeschwerden gezielt vorbeugen lässt:
1. Wenn sich der Bürojob auf den Rücken auswirkt
Bürofachangestellte, IT-Mitarbeiter oder generell Arbeitnehmende, die im Arbeitsalltag hauptsächlich eine sitzende Haltung einnehmen, leiden vermehrt unter Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule.
Vor allem Fehlhaltungen am Schreibtisch sowie mangelnde Bewegung verursachen diese. Um dagegen effektiv vorzugehen, bietet es sich an, etwas mehr Aktivität in den Arbeitstag einzubauen. Dazu zählt etwa, während Telefonaten aufzustehen und zu laufen oder den Drucker in den Nebenraum zu stellen.
Zudem erweist sich regelmäßiges Rückentraining zur Sensibilisierung für eine richtige Haltung als hilfreich. Bei bereits bestehenden Problemen empfiehlt sich der Besuch einer Physiotherapie.
2. Mobilisation auf langen Fahrten gezielt einbauen
Jedoch lassen sich regelmäßige Bewegungsabläufe nicht in alle Berufssparten integrieren. Unter anderem besitzen Lkw- oder Busfahrer schlichtweg nicht die Möglichkeit, während einer Fahrt aufzustehen und sich zu bewegen.
Vor allem langes Sitzen mit Vibrationen durch den Motor des Fahrzeugs und stetiges Halten des Lenkrads rufen Verspannungen der Rückenmuskulatur hervor. Ein ergonomischer Fahrersitz stellt eine Möglichkeit dar, die Haltung während der stundenlangen Fahrt zu optimieren.
Gezielte Übungen während kurzer Stopps mobilisieren die Wirbelsäule.
„Zudem reduziert ausreichendes Trinken mögliche Schmerzen, da Flüssigkeit die Elastizität der Bandscheiben unterstützt“, erklärt Sabarini. „Empfehlenswert sind täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter.“
3. Belastung am Bau: rückenschonende Technik
Bei Arbeitern mit starker körperlicher Belastung, wie zum Beispiel bei Bauarbeitern oder Handwerkern, schützt die richtige Ausführung vor Beschwerden am Rücken.
Durch regelmäßiges schweres Heben und wiederholtes Bücken entsteht über längere Zeit oftmals eine ungünstige Körperhaltung.
Empfohlene Technik: Das Gewicht aus den Beinen heben und die Last nah am Körper halten.
Vor allem ruckartige Bewegungen beim Anheben oder Absetzen gilt es zu vermeiden, ebenso einseitige Belastungen. Stattdessen das Gewicht möglichst gleichmäßig auf beide Seiten verteilen.
Gezieltes Rückentraining oder Physiotherapie stärkt und mobilisiert außerdem die Muskulatur. So lassen sich sowohl mögliche akute Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, wie ein Hexenschuss, als auch langfristige Beschwerden wirksam minimieren.
4. Berufe mit einseitiger Belastung – regelmäßiger Haltungswechsel
Auch wer im Berufsalltag häufig verkrampfte Haltungen einnimmt oder vermehrt einseitige Belastungen ausführt, leidet häufig unter Rückenschmerzen. So arbeiten Friseure und Zahnärzte oft stundenlang mit nach vorne gebeugtem Oberkörper, um Haare zu schneiden beziehungsweise den Mundraum zu behandeln
Zudem stehen oder sitzen sie oft mit verdrehtem Rücken und erhobenen Armen.
Das führt unter Umständen zu Rückenbeschwerden. Regelmäßige Haltungswechsel reduzieren die asymmetrische Beanspruchung und verhindern eine muskuläre Dauerbelastung.
Kurze Pausen alle 30 bis 45 Minuten bieten ebenso eine effiziente Entlastung. In dieser Zeit können Berufstätige aufstehen, sich dehnen oder die Schultern kreisen lassen. Dadurch lockert sich die Muskulatur auf und Verspannungen lösen sich.
5. Balance ist der Schlüssel
„Im Allgemeinen gilt ein abwechslungsreicher Alltag als rückenfreundlich“, hält Sabarini fest. „Weder ist es förderlich, acht Stunden ausschließlich zu sitzen, noch, dauerhaft in einer gleichbleibenden stehenden Haltung zu verharren.“ In diesem Fall stellt Balance die richtige Herangehensweise dar.
Wer im Job viel sitzt, sollte seine Pausen aktiv gestalten, beispielsweise in Form eines Spaziergangs. Umgekehrt gilt dasselbe Prinzip: Regelmäßiges Hinsetzen entlastet Berufstätige, die viel stehen. Sportlicher Ausgleich nach der Arbeit fördert die Rückengesundheit ebenfalls.
Ohne ausreichende Bewegung im Arbeitsalltag kommt es umso mehr auf gezielte körperliche Aktivitäten in der Freizeit an.
Kurzprofil
Im Jahr 2001 gründete Neurochirurg Dr. Munther Sabarini die Avicenna Klinik, eine international anerkannte Klinik für Wirbelsäulenchirurgie.
Heute ist die Klinik auf die Bereiche Wirbelsäulen- und Gelenkchirurgie spezialisiert.
Zusammen mit den Fachgebieten Neurochirurgie mit Schwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie sowie Orthopädie mit Schwerpunkt Gelenkchirurgie, aber auch Radiologie, Physiotherapie und Anästhesie bildet das Leistungsspektrum ein ganzheitliches Konzept. Patienten aus aller Welt erhalten in der Klinik it internationalem Anspruch individuelle Beratung sowie Betreuung und profitieren von einem breiten diagnostischen und therapeutischen Spektrum.
Um eine optimale medizinische Versorgung zu gewährleisten, arbeiten international anerkannte Fachärzte mit geschultem Personal eng zusammen. Besondere Schwerpunkte sind patientenschonende, innovative Behandlungsverfahren wie Lasertherapien und minimalinvasive Methoden.
Geeignete Therapien finden aufgrund der interdisziplinären Zusammenarbeit von Spezialisten schnellstmöglich Anwendung. Die Klinik verfügt über eine hochmoderne Ausstattung im Bereich Diagnostik und Therapie sowie über äußerst komfortable Patientenzimmer.
Durch die Mitgliedschaft in zahlreichen internationalen Gesellschaften für Neurochirurgie und Schmerztherapie unterstreicht die Klinik ihren hohen medizinischen Anspruch.
Wer gern mehr erfahren möchte, findet witere Informationen unter www.avicenna-klinik.com