Datenschutz-Tag 2026: Tipps zum Schutz vor Datenmissbrauch

„Woher haben die meine Daten?“, fragen sich viele, wenn unbekannte Abbuchungen auf dem eigenen Konto auftauchen. 

Manchmal flattert auch ein Strafzettel aus dem Ausland ins Haus, ohne dass die Person dort im Urlaub war. 

Häufige Ursache: unbedachte Weitergabe sensibler Daten. Anlässlich des EU-Datenschutztages am 28. Januar erklärt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ), wo Verbraucher mit persönlichen Informationen vorsichtig umgehen sollten.

Daten als ‚Währung‘

Stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zu? 

Seien Sie ehrlich, diese Meldung haben Sie im Internet doch schon oft mit einem Klick auf „ja“ schnell weggeklickt, ohne zu überprüfen, was mit Ihren Daten (Name, Anschrift oder E-Mailadresse) wirklich passiert. 

Ob beim Newsletter-Abo, kostenlosen E-Book oder Kundenkarten, zu 100 Prozent gratis sind diese Angebote meist selten: „Im Netz gibt es eigentlich nichts, was komplett kostenlos ist. 

Verbraucher bezahlen für Apps oder Dienste oft mit ihren Kundendaten und erhalten dann beispielsweise personalisierte Angebote“, berichtet Alexander Wahl aus dem EVZ-Juristenteam.

Nicht selten werden diese Daten an Dritte weitergegeben.

Deshalb sollten sich Verbraucher immer bewusst machen, wo sie ihre persönlichen Informationen eingeben und zu was sie ihr Einverständnis erteilen. 

Fragen Sie sich, ob die Daten für den Zweck wirklich notwendig sind. 

  • Braucht ein Modehändler beispielsweise das Geburtsdatum?
  •  „Oder ist es wirklich notwendig, ein Kundenkonto zu erstellen? 

Für einmalige Bestellungen gibt es in einigen Online-Shops die Möglichkeit, als ‚Gast‘ zu bestellen“, sagt Wahl.

Problematisch: Ausweiskopie versenden

Ein exemplarischer Fall:

Mario W. (Name geändert) staunt, als er einen Blick in das Schreiben wirft, das er aus seinem Briefkasten gefischt hat: Er soll 70 Euro Bußgeld zahlen, weil er in Frankreich mit dem Mietwagen zu schnell gefahren ist? Dabei war Mario zum angegebenen Zeitpunkt gar nicht im Urlaub und schon gar nicht in Frankreich. Name und Anschrift stimmen überein, aber einen Wagen über die genannte Autovermietung hat er nie genutzt – weder kürzlich noch in der Vergangenheit.

Was ihm aber vor einiger Zeit passiert war

Die Kopie seines Personalausweises gelang bei der Buchung einer Ferienwohnung über eine Online-Plattform in die Hände von Betrügern. Mithilfe der Ausweiskopie konnte eine andere Person ein Auto mieten und losrasen.

Wie können Verbraucher das verhindern? 

Damit Ihnen nicht das Gleiche passiert wie Mario W. empfiehlt der EVZ-Experte äußerst sparsam mit Kopien des Personalausweises umzugehen. In Deutschland dürfen Verbraucher zwar in bestimmten Fällen, zum Beispiel bei der Eröffnung eines Kontos, dazu aufgefordert werden, eine Ausweiskopie vorzulegen, sie dürfen aber irrelevante Informationen abdecken.

 Wahl rät: „Ausweisdokumente nur mit einem Wasserzeichen weitergeben, um sie als Kopie zu kennzeichnen. Nicht benötigte Infos wie die Seriennummer schwärzen.“

Kritisch: Bezahldaten hinterlegen oder irgendwo eingeben

Auch wenn es auf den ersten Blick bequem ist, raten die EVZ-Verbraucherschützer: Niemals Kreditkarten als Zahlungsmittel in Online-Shops dauerhaft hinterlegen, sondern jedes Mal händisch eingeben. Das verhindert, dass fremde Personen Zugriff auf das Konto bekommen und auf Kosten des Verbrauchers einkaufen können oder unbemerkt Abos abgeschlossen werden.

Ein sicheres, starkes Passwort ist das Minimum. Noch besser ist laut Wahl: „Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wie sie mittlerweile beim Bezahlen via Online-Banking gesetzlich vorgeschrieben ist, schützt ebenfalls vor Zugriffen aufs Bankkonto. Sie kann daher auch für andere Nutzerkonten sinnvoll sein.“

Achtung vor Phishing und Smishing! Vorsicht walten lassen sollten Verbraucher, wenn diese in einer E-Mail oder SMS dazu aufgefordert werden, über einen Link persönliche Daten (z. B. Kreditkartendaten) auf einer Seite einzugeben. Betrüger nutzen diesen Trick, um Nutzerdaten abzugreifen. Tippen Sie dann sensible Informationen ein, spielen Sie Kriminellen direkt in die Karten.

Identitätsdiebstahl? Das ist zu tun! 

Wer gern mehr zu diesem Thema erfahren möchte, schaut bitte direkt unter https://www.evz.de/einkaufen-internet/vorsicht-falle/identitaetsdiebstahl-so-reagieren-sie-richtig-auf-betrueger.html

Quelle:
Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland

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