Wenn das Mittagessen zum Stresstest wird

In Senioreneinrichtungen entscheidet gute Verpflegung längst über mehr als Geschmack

Es kann Teams entlasten, Kosten senken und den Pflegealltag spürbar beruhigen, weiß Arnd Zimmermann, Gründer und Geschäftsführer von à la QUARTO:

„Mehr als 30.000 Pflegestellen sind in Deutschland derzeit unbesetzt. Gleichzeitig berichten drei Viertel der Pflegeeinrichtungen von erheblichen Personalengpässen.1 Und die Lage dürfte sich weiter verschärfen. Je nach Entwicklung könnten bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen.2 Für Senioreneinrichtungen bedeutet das einen täglichen Balanceakt zwischen Versorgungsqualität, Wirtschaftlichkeit und knappen personellen Ressourcen.

Während häufig die Pflege selbst im Mittelpunkt der Diskussion steht, geraten andere Bereiche aus dem Blick. Dabei entscheidet die Belastung des Alltags oft schon an Stellen, die auf den ersten Blick wenig mit Pflege zu tun haben – etwa bei der Verpflegung. Denn auch dort fehlen Zeit, Personal und Planungssicherheit. 

Speisepläne entstehen vielerorts noch auf Basis von Erfahrungswerten, kurzfristigen Anpassungen und manuellen Abstimmungen. 

Die Folgen reichen von Fehlmengen und unnötigen Nachbestellungen bis hin zu Lebensmittelverschwendung sowie zusätzlichem organisatorischen Aufwand. Was zunächst wie ein reines Küchenthema wirkt, zieht sich durch die gesamte Einrichtung und bindet wertvolle Ressourcen. 

Jede Störung in den Abläufen erzeugt zusätzlichen Druck in einem System, das vielerorts bereits am Limit arbeitet.“

Ein System, das den Hunger kennt

„Genau hier setzt ein modernes Verpflegungskonzept an. Es betrachtet nicht mehr einzelne Arbeitsschritte isoliert, sondern die gesamte Versorgungskette als zusammenhängendes System: von der Bedarfsermittlung über Einkauf und Lagerhaltung bis hin zur Ausgabe der Mahlzeiten. Im Mittelpunkt steht die Idee einer eigenständig und automatisch lernenden Verpflegung, die sich kontinuierlich an tatsächliche Bedürfnisse anpasst, statt auf Annahmen oder Durchschnittswerte zu vertrauen.

Das Ziel ist nicht, möglichst viel zu organisieren, sondern möglichst passend zu planen. Besonders wirksam wird das, wenn digitale Systeme mitlernen. Sie erfassen, was Bewohner tatsächlich essen, welche Gerichte regelmäßig gewählt werden und wo Mengen einer Anpassung bedürfen. So entsteht ein immer genaueres Bild des tatsächlichen Bedarfs. 

Präferenzen lassen sich nicht nur dokumentieren, sondern erfahren auch eine laufende Aktualisierung anhand des realen Verzehrs. Auf dieser Grundlage lassen sich Speisen, Portionsgrößen und Bestellmengen deutlich genauer planen. 

Bestände werden übersichtlicher, Lebensmittelverschwendung sinkt und Engpässe lassen sich vermeiden, bevor sie im Alltag Druck erzeugen.“

Mehr Zeit für Nähe statt Nachbestellungen

„Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch tiefer. Wenn Verpflegung reibungsloser funktioniert, entlastet das nicht nur die Küche, sondern auch Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung. 

Mitarbeitende müssen seltener improvisieren, Abstimmungen werden einfacher und Rückfragen nehmen ab. Gleichzeitig steigt die Chance, Bewohner individueller und bedarfsgerechter zu versorgen. 

Während heute häufig einzelne digitale Lösungen nebeneinander existieren, etwa Bestellsysteme, Küchentechnik oder automatisierte Lagerverwaltung, gewinnen Ansätze an Bedeutung, die alle Bereiche der Verpflegungskette miteinander verbinden. Dann fließen Informationen aus Planung, Einkauf, Produktion und Auswertung automatisch in den nächsten Speisenzyklus ein. 

Aus Verpflegung wird ein ganzheitliches Betriebssystem, das aus dem Alltag lernt und ihn zugleich erleichtert. 

Gerade unter den Bedingungen des Personalmangels wird damit aus Essen mehr als eine organisatorische Pflicht. Verpflegung entwickelt sich zu einem Hebel, der Ressourcen schont, Qualität stabilisiert und wirtschaftliche Planung sichert.

Wenn Mengen, Wareneinsatz und Verbrauch präziser gesteuert werden, lassen sich Budgets verlässlich einhalten, Überproduktion vermeiden und Lagerbestände reduzieren. 

Für Einrichtungen bedeutet das vor allem eines: mehr Freiraum für das Wesentliche. Wenn Planung, Disposition und Steuerung effizienter werden, bleibt mehr Zeit für den direkten Kontakt mit den Bewohnern. 

Gute Verpflegung sorgt dann nicht nur für volle Teller, sondern für einen ruhigen Alltag, strukturierte Abläufe und mehr menschliche Nähe.“

à la QUARTO
Seit der Gründung im Jahr 2020 hat sich à la QUARTO als innovativer Spezialist für autonome Küchen- und Versorgungssysteme in der Seniorenverpflegung erfolgreich als zukunftsweisender Partner für Pflegeeinrichtungen positioniert. 

Das Unternehmen bietet ein digital gestütztes Verpflegungssystem, das speziell auf die Bedürfnisse von Seniorenheimen zugeschnitten ist und Mahlzeiten individuell an die persönlichen Vorlieben, Ernährungsanforderungen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner anpasst. 

Mithilfe von KI analysiert das System Essgewohnheiten, Bedarfe und Rückmeldungen und optimiert darauf basierend Speiseplanung und Prozesse kontinuierlich. 

Durch modulare Speisekonzepte und smarte Software-Tools standardisiert es die gesamte Lieferkette – von der Bestellung über die Produktion bis hin zu Ausgabe – was nicht nur die Abläufe in der Küche erheblich effizienter macht, sondern Kosten senkt, Abfall minimiert und die Nachhaltigkeit steigert. 

Mit Auszeichungen wie dem NEXT of Market Award unterstreicht à la QUARTO seine Marktposition und setzt neue Standards in der Branche, indem es Gastronomie und Pflege nahtlos verknüpft.

Weitere Informationen unter https://quarto.de/

Autor: Arnd Zimmermann
Arnd Zimmermann verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Führung und Transformation von Unternehmen. Als Gründer von à la QUARTO beschäftigt er sich mit zukunftsfähigen Versorgungskonzepten im Bereich Pflege. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der L. STROETMANN Großverbraucher GmbH & Co. KG und begleitet die Weiterentwicklung moderner Verpflegungsstrukturen an der Schnittstelle von Versorgung, Digitalisierung und Pflegequalität.

Literaturnachweis:
1 https://www.pflegenot-deutschland.de/ct/personalmangel-pflege/
2https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaftumwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsvorausberechnung/pflegekraeftevorausberechnung.html