Wohnen gibt den finanziellen Rahmen vor
Wie viel Geld für die erste Ausstattung übrig bleibt, hängt vor allem von der Wohnform und den laufenden Kosten ab.
Der CHE-DatenCHECK zeigt, dass Studierende ganz unterschiedlich wohnen:
- Jeweils knapp 28 Prozent leben während des Semesters bei den Eltern oder in einer privaten Mietwohnung,
- rund ein Viertel in einer WG
- und etwa 15 Prozent in einem Wohnheim.
Mit einem Auszug kommen neue Ausgaben hinzu. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Miete und Wohnen als höchsten Kostenpunkt außerhalb des Studiums. Je nach Bedarf entstehen darüber hinaus weitere einmalige Kosten rund um den Einzug.
Wie stark allein die laufenden Wohnkosten das Budget bestimmen können, zeigen Zahlen von Destatis:
Studierende mit eigener Haushaltsführung geben im Schnitt 54 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus.
Auch ein WG-Zimmer ist längst keine günstige Lösung mehr.
Laut einer Analyse von WG-Gesucht.de und dem Moses Mendelssohn Institut lag die durchschnittliche Angebotsmiete im Wintersemester 2025/26 erstmals bei 505 Euro warm.
Damit ist ein großer Teil des Budgets häufig bereits gebunden, bevor der erste Schreibtisch aufgebaut oder der erste Topf gekauft ist. Umso wichtiger wird die Frage, wofür das verbleibende Budget eingesetzt wird.
Technik fällt besonders ins Gewicht
Eine Antwort darauf liefert die aktuelle Vergleich.org-Umfrage. 29 Prozent nannten Laptop, Tablet oder Computer als größte finanzielle Belastung zum Start in Ausbildung oder Studium. Digitale Ausstattung liegt damit deutlich vor Möbeln wie Bett, Schreibtisch oder Stauraum, die 21 Prozent der Befragten nannten.
Dass Technik weit oben steht, überrascht kaum: Laptop oder Tablet werden für viele schnell zum zentralen Arbeitsmittel in Studium oder Ausbildung. Je nach Wohnsituation können Drucker, Router oder weiteres Zubehör dazukommen.
Doch die Ausgaben verteilen sich auf viele Bereiche. Lernmaterialien, Fachbücher oder Büromaterial wurden von 10 Prozent als größte Belastung genannt, Küchenausstattung von 9 Prozent und Haushaltsausstattung von 8 Prozent. Gerade diese kleineren Posten wirken für sich genommen oft überschaubar, können sich aber schnell summieren.
Vieles zeigt sich erst nach dem Einzug
Besonders bei Küche und Haushalt zeigt sich oft erst im eigenen Alltag, was tatsächlich fehlt. Dinge, die im Elternhaus selbstverständlich vorhanden waren, müssen nun selbst organisiert werden. Töpfe, Vorratsdosen, ein Wasserkocher oder ein Wäscheständer gehören deshalb häufig zur ersten Grundausstattung.
Bei begrenztem Budget setzen die Befragten deshalb klare Prioritäten. Wenn ein Wohnungswechsel ansteht, würden sich 32 Prozent zuerst einen guten Laptop oder Computer leisten. Danach folgen ein funktionaler Arbeitsplatz mit Schreibtisch und geeignetem Stuhl sowie eine solide Grundausstattung für Küche und Kochen mit jeweils 15 Prozent.
Gleichzeitig zeigt sich, dass viele erst einmal abwarten, was tatsächlich gebraucht wird: 12 Prozent würden möglichst nichts vorsorglich anschaffen, sondern erst bei tatsächlichem Bedarf. Gerade beim Einzug kann sich das als pragmatischer Weg erweisen. Denn erst vor Ort zeigt sich, was schon vorhanden ist und was wirklich noch fehlt.
Schritt für Schritt in den eigenen Alltag
Der Start in Studium oder Ausbildung bringt viele neue Entscheidungen mit sich. Gerade wenn Wohnen bereits einen großen Teil des Budgets beansprucht, wird schnell klar, dass nicht alles gleichzeitig angeschafft werden muss. Vieles kann nach und nach dazukommen.
Ausziehen, ankommen und einrichten gehören deshalb zu einem Prozess, der sich mit der Zeit entwickelt. Was anfangs noch ungewohnt oder provisorisch wirkt, wird nach und nach selbstverständlicher. So entsteht nicht nur die passende Ausstattung, sondern auch eine eigene Routine im neuen Alltag.
Quellenangabe:
Bundesagentur für Arbeit: Kosten im Studium - https://www.arbeitsage...en-studium
Destatis: Wohnkosten von Studierenden - https://www.destatis.d...48_63.html
WG-Gesucht.de/MMI: WG-Zimmer 2025/26 - https://www.wg-gesucht...-2025-2026
CHE-DatenCHECK: Wohnformen von Studierenden - https://hochschuldaten...2024-2026/
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