Trend Frugalismus: Mit Sparen früher in Rente?

Fünf Tipps für den Aufbau eines Vermögens und größere finanzielle Unabhängigkeit

Viele Menschen träumen davon, möglichst früh aus dem Berufsleben auszuscheiden und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben.

Doch wie lässt sich dieses Ziel erreichen?

Der Trend zum Frugalismus – also ein bewusst sparsames Leben mit dem Ziel früher finanzieller Unabhängigkeit – gewinnt auch in Deutschland immer mehr Anhänger.

Wie funktioniert ein frugalistischer Lebensstil?

Das verrät die Debeka, eine der größten Versicherungen und Bausparkassen in Deutschland.

Strategie und Sparrate festlegen
Am Anfang steht ein Plan: Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten? Lassen sie sich minimieren? Wie viel Geld kann regelmäßig in den Vermögensaufbau investiert werden? Welche Anlageformen und Maßnahmen sind dafür geeignet? Der wichtigste Hebel für den Vermögensaufbau ist eine konsequente hohe Sparquote. Automatisierte Spar- und Anlagepläne helfen, das Sparziel dauerhaft einzuhalten und schützen vor unbewusstem Konsum.

Tipp:
Genügend Spielraum und Flexibilität lassen für sich ändernde Lebensumstände oder unvorhersehbare, notwendige Ausgaben, wie z. B. eine kaputte Waschmaschine.

Große Ausgaben optimieren
Die größten Ausgaben im Haushalt sind meist Wohnen, Mobilität und Lebensmittel. Wer diese Posten kritisch prüft und gezielt optimiert, spart viel Geld. Möglichkeiten sind etwa der Umzug in eine günstigere Wohnung oder die frühzeitige Planung eines Eigenheims, um später keine Miete zahlen zu müssen.

Weitere Möglichkeiten: der Umstieg auf ein günstiges Auto, öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad sowie bewussteres Einkaufen.

Clever und langfristig investieren
Allein durch Sparen lässt sich das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit meist nicht erreichen – vor allem bei niedrigen Zinsen. Entscheidend ist, das Ersparte langfristig und breit gestreut zu investieren.

Unabhängige Beratung hilft, passende Anlageformen zu finden und Risiken möglichst zu vermeiden. Dabei können private Rentenversicherungen mit Kapitalanlageoption eine Rolle spielen. Oder Maßnahmen zum Erwerb einer Immobilie, z. B. ein Bausparvertrag.

Tipp:
Hier sind Steuervergünstigungen bzw. ein Zuschuss des Arbeitgebers möglich.

Aufbau alternativer Einkommensquellen
Neben dem Hauptberuf beschleunigen zusätzliche Einkommensquellen den Weg in die finanzielle Freiheit. Möglichkeiten sind Nebenjobs, freiberufliche Tätigkeiten, Einnahmen aus Vermietung oder digitale Projekte.

Zusätzliche Einnahmen erhöhen die Sparrate und bieten mehr Sicherheit, falls das Haupteinkommen einmal wegfällt.

Minimalismus und Konsumhacks
Nicht jeder Konsumwunsch muss sofort erfüllt werden. Wer bewusst konsumiert, Dinge teilt, repariert oder gebraucht kauft, spart nicht nur Geld, sondern schont auch Ressourcen.

Es hilft, saisonal zu kochen, Rabattaktionen zu nutzen sowie antizyklisch einzukaufen.

Tipp:
Mit größeren Anschaffungen einen Monat warten, um Spontankäufe zu vermeiden. Sharing-Angebote, Secondhand-Plattformen und ein minimalistischer Lebensstil helfen, Ausgaben zu reduzieren.

Fazit:
Mit 40 Jahren wirklich schon so viel gespart und erwirtschaftet zu haben, dass man aus dem Erwerbsleben aussteigen kann, ist sehr schwierig zu erreichen und erfordert eine sehr hohe Sparquote. Ein frugalistischer Lebensstil ist kein kurzfristiges Projekt, sondern eine langfristige Entscheidung. Doch selbst, wenn beispielsweise die Gründung einer Familie eine Planänderung erforderlich macht, können diese Grundhaltung und einige Anlageformen zumindest im Ruhestand mehr Spielräume verschaffen.

Quelle:
Debeka - www.debeka.de