Spannungsgefühle, Schwellungen, Schmerzen

Was hilft bei Lymphbeschwerden?

Menschen mit einer Lympherkrankung verspüren oftmals einen sehr unangenehmen Druck oder auch ein Schweregefühl – häufig in Armen oder Beinen. Grund für die Beschwerden ist Flüssigkeit, die sich im Gewebe anstaut. 

„Diese Schwellungen können die Beweglichkeit einschränken, starke Schmerzen verursachen und folglich die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zur Behandlung werden meist Standardtherapien wie Kompression und manuelle Lymphdrainage angewendet. Doch viele Betroffene suchen nach ergänzenden Möglichkeiten, um ihre Leiden zu lindern“, sagt Dr. med. univ. Vlastimil Voracek, Facharzt für Orthopädie und medizinischer Direktor der Luxxamed GmbH. „Ein Ansatz, der in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus rückt, ist die Mikrostromtherapie. Dabei werden sehr schwache elektrische Impulse eingesetzt, um die Verteilung der Lymphflüssigkeit in den Zellen anzuregen.“  

Wenn der Flüssigkeitstransport ins Stocken gerät

Das Lymphsystem übernimmt eine wichtige Aufgabe beim Abtransport von Gewebsflüssigkeit, Stoffwechselprodukten und Eiweißen. Ist dieser Transport gestört, sammelt sich Flüssigkeit an und die darin enthaltenen Eiweiße können entzündliche Prozesse im Gewebe auslösen. 

Neben Schwellungen kann das auch zu einer zunehmenden Verhärtung des Gewebes und starken Schmerzen führen. 

Dr. Voracek erklärt: „Lymphödeme entstehen beispielsweise infolge chronischer Venenerkrankungen, eines geschädigten Lymphsystems durch Verletzungen oder angeborener Störungen dieses Systems. Auch nach medizinischen Eingriffen, etwa Operationen oder Bestrahlungen im Rahmen einer Krebsbehandlung, können Lymphabflussstörungen auftreten.“

Mehr Energie in den Zellen

Um das gestörte Lymphsystem wieder auf Kurs zu bringen, bedarf es Unterstützung auf zellulärer Ebene. 

„Über die Membran werden Zellen mit Nährstoffen und Stoffwechselprodukten versorgt und Abfallstoffe abgegeben. Damit dieser Prozess wieder besser funktioniert und der Abtransport der Lymphflüssigkeit angeregt wird, empfiehlt sich die Mikrostromtherapie, bei der elektrische Impulse zum Einsatz kommen, die den natürlichen bioelektrischen Prozessen des Körpers ähneln“, weiß Dr. Voracek 

Er erläutert: „Laut Studien fördert Mikrostrom die Bildung von ATP – also genau die Energiequelle, die Zellen für ihre Stoffwechsel-, Reparatur- und Erneuerungsprozesse benötigen.“

Bereits eine Laborstudie aus dem Jahr 1982 zeigte unter einer Mikrostromanwendung von 500 Mikroampere eine deutliche Steigerung der ATP-Produktion sowie Verbesserungen des Membrantransports um mehr als 50 Prozent und der Proteinsynthese um mehr als 70 Prozent.[1] Auch neuere Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass Mikrostrom die Mikrozirkulation – also die Durchblutung kleinster Blutgefäße – sowie den Gewebestoffwechsel positiv beeinflussen kann. 

„Dank der Behandlung mit Mikrostrom fließt das angestaute Wasser schneller wieder ab, Schwellungen gehen zurück und die Schmerzen mindern sich“, resümiert der Facharzt.

Eine Ergänzung, kein Ersatz!

Für viele Betroffene sind Lymphbeschwerden eine erhebliche Belastung, da sich die Symptome neben körperlichen Einschränkungen häufig auch auf Beruf, Freizeit und psychisches Wohlbefinden auswirken. Umso wichtiger ist eine individuell abgestimmte Therapie.

Auch wenn die wissenschaftliche Forschung zur Mikrostromtherapie weiter voranschreitet, gilt sie derzeit nicht als Standardbehandlung. 

„Die Mikrostromtherapie ersetzt weder die manuelle Lymphdrainage noch die komplexe physikalische Entstauungstherapie. Doch sie zeigt laut Studien unterstützende Effekte im Bereich der Zellaktivität und des Gewebestoffwechsels, weshalb sie als eine ergänzende Maßnahme innerhalb eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts angesehen werden kann“, sagt Dr. Voracek 

Er betont: „Vor Beginn einer Therapie muss sorgfältig geprüft werden, dass keine bestimmten Vorerkrankungen wie Tumorerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen vorliegen. Für Betroffene empfiehlt sich daher stets die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten und die Anwendung sollte ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen.“

Weitere Informationen unter www.luxxamed.de 

Weitere Studien zu Mikrostrom und Lympherkrankungen

Klinisch relevant ist darüber hinaus eine Studie, die bei Patientinnen mit brustkrebs-assoziiertem Lymphödem signifikante Verbesserungen bei Schmerzen, Schweregefühl und Lebensqualität durch niedrigfrequente, niedrigintensive Elektrotherapie nachweisen konnte – auch wenn sich das Lymphödem-Volumen selbst in dieser Studie nicht signifikant reduzierte.[2] 

Untersuchungen von 2023 zeigten im Tiermodell, dass Mikrostromtherapie bei sekundärem Lymphödem messbare therapeutische Effekte erzielt.[3]

 Erste, unternehmensintern durchgeführte und bislang unveröffentlichte Vorversuche liefern zudem einen Hinweis auf einen möglichen Wirkmechanismus: In einem etablierten Entzündungsmodell sorgte die Frequenzkombination 40 Hertz und 116 Hertz für eine rund 62-prozentige Rücknahme experimentell induzierter Schwellungen gegenüber unbehandelten Kontrolltieren.[4]

Literaturnachweis

1 Cheng et al. (1982). Clinical Orthopaedics and Related Research, 171, 264–272.

2 Belmonte, R. et al. (2012). Clinical Rehabilitation, 26(12). DOI: 10.1177/0269215511427414.

3 Cho, S. C. et al. (2023). Annals of Palliative Medicine. DOI: 10.21037/apm-23-94.

4 Reeve, V. & Reilly, W., in Zusammenarbeit mit C. R. McMakin (2003). Unveröffentlichte interne Forschungsdaten (Tiermodell, akute Entzündung/Ohrschwellung). Nicht peer-reviewed