Auswertung: CodeCheck warnt vor Titandioxid in Zahnpasta und Lippenstiften

Trotz gesundheitlicher Bedenken ist Titandioxid immer noch in vielen Kosmetikprodukten enthalten, die mit Schleimhäuten in Berührung kommen.  

Das zeigt eine aktuelle Auswertung von CodeCheck. 

Untersucht wurden die am häufigsten gescannten Lippenstifte und Zahnpasten.* 

Das Ergebnis: 72 Prozent der Lippenstifte enthalten Titandioxid, bei Lippenpflegeprodukten sind es 21 Prozent und bei Zahnpasten 19 Prozent.

Über 70 Prozent der Lippenstifte enthalten Titandioxid

Bei Lippenstiften ist der Anteil besonders hoch. Hier wird Titandioxid besonders gerne verwendet, weil Farben dadurch kräftiger wirken. 

Auch in farbigen Lippenpflegeprodukten mit “Glossy”-Effekt wird Titandioxid häufig eingesetzt; ausgerechnet bei Produkten also, die gerne von Teenagern konsumiert werden.

Fast ein Fünftel der Zahnpasten enthält immer noch Titandioxid

Noch bedenklicher ist Titandioxid in Zahnpasta; schließlich handelt es sich um ein Produkt, das jede:r nutzt. 

Fast ein Fünftel der Zahncremes in der Auswertung enthalten Titandioxid, darunter vereinzelt auch Produkte populärer Marken wie Sensodyne, Theramed oder Aronal. 

Besonders alarmierend: Kinderzahncremes der Marke Putzi.

“Viele unterschätzen, wie einfach Titandioxid über Zahnpasta und Lippenstifte in den Körper gelangen kann“ Dr. Ruta Almedom, wissenschaftliche Leiterin bei CodeCheck.

 Neu: CodeCheck warnt vor Produkten mit TiO2

Am besten ist es, auf Lippen- und Mundpflegeprodukte mit Titandioxid ganz zu verzichten. Nutzer:innen der CodeCheck-App erkennen diese Produkte am roten Anteil im Bewertungskreis. 

Wer ganz sichergehen möchte, kann sie mit der neuen Anti-Titandioxid-Funktion der CodeCheck App herausfiltern. Beim Scannen betroffener Produkte erscheint dann automatisch ein rotes Warndreieck mit dem Hinweis “Nicht geeignet”. 

Außerdem werden Alternativ-Produkte ohne Titandioxid angezeigt.

Warum ist Titandioxid in Kosmetika problematisch?

Titandioxid (INCI: Titanium Dioxide, CI 77891) ist ein weißes, mineralisches Pigment, das in Kosmetik häufig als Farbstoff oder UV-Filter eingesetzt wird. 

Es ist dann problematisch, wenn es in Produkten vorkommt, deren Bestandteile leicht eingeatmet oder verschluckt werden können. Dazu zählen Lippenstifte und Zahnpasta. 

Vor allem in Form kleinster Nano-Partikel ist der Stoff bedenklich.  In der Inhaltsstoffliste steht dann in der Regel “Titandioxid [nano]”.

In Lebensmitteln verboten

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Titandioxid (Pulverform) in die Gruppe 2B ein (Beim Einatmen „möglicherweise krebserregend beim Menschen“).  

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2021 zu dem Schluss, dass beim Verschlucken Schäden am Erbgut nicht ausgeschlossen werden können. Deshalb ist der Stoff in Lebensmitteln in der EU verboten.  

Kurz & knapp: Das sollten Verbraucher:innen wissen

Titandioxid ist in Zahnpasta und Lippenpflegeprodukten immer noch erlaubt - Verbraucher:innen können nur durch eigenständige Produktwahl vorsorgen.

Insbesondere Kinder, Schwangere oder Menschen mit geschädigter Mundschleimhaut sollten auf Produkte mit TiO2 verzichten.

Scanner-Apps wie CodeCheck-App erkennen betroffene Produkte und zeigen Alternativen an.

* Untersucht wurden die jeweils 500 am häufigsten mit der CodeCheck-App gescannten Zahnpasten und Lippenstifte/Lippenpflegeprodukte (inkl. Lipgloss und Lipliner) der letzten 12 Monate (Stichtag: 21. Mai 2026).

Wer gern weitere Informationen zu diesem Thema sucht, schaut bitte direkt unter https://www.codecheck.info/news/CodeCheck-warnt-vor-Titandioxid-in-Zahnpasta-und-Lippenstiften-566403 

Über CodeCheck

CodeCheck ist die führende unabhängige App für den nachhaltigen und gesunden Einkauf mit mehreren Millionen Nutzerinnen und Nutzern im deutschsprachigen Raum. Diese scannen mit der App den Barcode von Kosmetikprodukten und Lebensmitteln und sehen auf einen Blick, welche Inhaltsstoffe enthalten sind und wie sich diese auf Gesundheit und Umwelt auswirken. 

So können sie jederzeit eine bewusste Kaufentscheidung treffen. CodeCheck wurde 2010 gegründet und wird seit 2022 von der Producto Check GmbH betrieben. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt 15 Mitarbeitende.

Mehr Informationen: www.codecheck.info