Stoffwechselstörungen bei Depression relevant für Symptome
Systematischer Review mit Metaanalyse über 28 Studien
Ein systematischer Review mit Metaanalyse über 28 Studien fand einen Zusammenhang zwischen der Schwere depressiver Symptome und den Stoffwechselstörungen Dysglykämie, Dyslipidämie und Insulinresistenz.
Bei einer Depression könnte demnach ein Blick auf den Stoffwechsel sinnvoll sein, um eventuell depressive Symptome zu lindern, aber auch, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Bei Menschen mit Depression kann der Stoffwechsel gestört sein. Speziell kann es zu Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) kommen. Veränderungen des Stoffwechsels können die Reaktion auf die aktuelle medikamentöse Behandlung beeinflussen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Wissenschaftler untersuchten nun, ob Stoffwechselstörungen bei Depression mit dem Schweregrad depressiver Symptome in Zusammenhang standen.
Stoffwechselstörungen bei Depression: Relevant für Symptome?
Ein systematischer Review mit Metaanalyse ermittelte relevante Studien aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Ovid und Scopus mit Veröffentlichungsdaten bis Mai 2025. Die Studien schlossen Erwachsene mit Depression ein und berichteten mindestens einen Stoffwechselparameter, beispielsweise Nüchternblutzucker, Insulinspiegel oder Lipidspiegel.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 28 Studien
Die Metaanalyse umfasste 28 Studien. Personen mit Depression wiesen einen höheren Nüchternblutzucker-Spiegel als Kontrollpersonen auf (Mittelwertdifferenz, MD: 0,30; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,12 – 0,48).
Ebenso wurde bei Menschen mit Depression häufiger eine Dyslipidämie festgestellt. Dies schloss einen Trend zu einem erhöhten Spiegel von low-density-Lipoproteinen (LDL; MD: 0,21; 95 % KI: -0,03 – 0,44) und niedrigerem Spiegel von high-density-Lipoproteinen (HDL; MD: -0,72; 95 % KI: -1,41 – -0,03).
Lag eine Insulinresistenz vor, wurden häufiger schwerere Anhedonie, Schlafstörungen und Suizidgedanken gefunden.
Insulinresistenz mit schwereren depressiven Symptomen assoziiert
Die Autoren schließen, dass ein Zusammenhang zwischen der Schwere depressiver Symptome und den Stoffwechselstörungen Dysglykämie, Dyslipidämie und Insulinresistenz besteht.
Bei einer Depression könnte demnach ein Blick auf den Stoffwechsel sinnvoll sein, um eventuell depressive Symptome zu lindern, aber auch, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu reduzieren.
Zudem könnten, wenn die zugrundeliegenden Mechanismen besser verstanden sind, übergreifende Therapien entwickelt werden, die sowohl in Stoffwechselstörungen als auch in die Depression eingreifen.
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Original Titel:
The association between depressive symptom severity and metabolic disturbances in major depressive and bipolar disorders: A systematic review and meta-analysis
Autor:
Wong S, Le GH, Guillen-Burgos HF, Ho R, Cao B, Lo HKY, Teopiz KM, McInyre RS. The association between depressive symptom severity and metabolic disturbances in major depressive and bipolar disorders: A systematic review and meta-analysis. J Affect Disord. 2026 Feb 15;395(Pt B):120783. doi: 10.1016/j.jad.2025.120783. Epub 2025 Nov 27. PMID: 41318004.