Schlauchmagen-Operation mindert Risiko für Herzerkrankungen

Eine Schlauchmagen-Operation minderte bei adipösen Personen nicht nur deutlich das Gewicht, sondern senkte auch die Anzahl an Diabetes- und Bluthochdruckerkrankungen, sodass ein reduziertes Risiko für koronare Herzerkrankungen resultierte.

Eine Operation ist oftmals der letzte Schritt, den Personen mit sehr starkem Übergewicht ergreifen, um dauerhaft abzunehmen.

Operationen, die einen Gewichtsverlust erleichtern sollen, sogenannte bariatrische Operationen, haben in vielen Studien gezeigt, dass sie zu einem deutlichen und auch nachhaltigen Gewichtsverlust beitragen können. Aber wie alle Operationen können sie auch mit Komplikationen verbunden sein. Häufig ist nach einer solchen Operation auch die Aufnahme von Nährstoffen und Medikamenten vermindert.

Wie entwickelt sich das Risiko für Herzerkrankungen nach einer Schlauchmagen-Operation?

Wissenschaftler aus Taiwan gingen in ihrer Studie der Frage nach, wie es um das Risiko für koronare Herzkrankheiten bei Personen bestellt ist, die sich einer Schlauchmagen-Operation unterzogen haben. Die koronare Herzkrankheit ist eine Erkrankung des Herzens, die sich z. B. in Form von Herzschwäche, Herzinfarkten oder Herzrhythmusstörungen äußern kann.

Um zu bestimmen, wie hoch das Risiko für die koronare Herzkrankheit war, bestimmten die Wissenschaftler bei den Studienteilnehmern den international anerkannten Framingham Risk Score. Mit diesem Wert kann abgeschätzt werden, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person in den nächsten 10 Jahren eine koronare Herzkrankheit erleidet.

Die Wissenschaftler schlossen 870 Personen in ihre Studie ein, die alle eine Schlauchmagen-Operation erhalten hatten. Vor der Operation betrug der Body Mass Index (kurz BMI, ermöglicht eine Einschätzung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße) 43,3 bei den Männern und 39,2 bei den Frauen.

Deutliche Minderung vom BMI, weniger Diabetes- und Bluthochdruckerkrankungen

Durch die Operation konnte der BMI der Personen deutlich gesenkt werden. Nach 6 und 12 Monaten hatten die Männer nur noch einen BMI von 32,9 bzw. 30,4 und die Frauen von 31,0 und 28,2. Neben den Erfolgen beim Gewicht verbesserten sich zudem die Blutfette der Patienten. Zudem litten sie deutlich seltener an Diabetes und Bluthochdruck. Erfreulicherweise rauchten nach der Operation auch weniger Personen.

Der Framingham Risk Score war bei den Teilnehmern nach 12 Monaten deutlich gemindert

Diese Verbesserungen spiegelten sich auch in dem Framingham Risk Score wieder, der bei den Männern von ursprünglich 3,2 auf 1,4 (6 Monate) und weiter auf 0,1 (12 Monate) sank. Auch bei den Frauen war die Entwicklung des Framingham Risk Score sehr erfreulich: der Wert wurde von anfänglich 6,1 auf 3,3 (6 Monate) und dann weiter auf 2,8 (12 Monate) reduziert.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Schlauchmagen-Operation viele gesundheitliche Vorteile für die adipösen Personen mit sich brachte: der BMI wurde deutlich reduziert, Diabetes und Bluthochdruck traten seltener auf und folglich wurde auch das Risiko für die koronare Herzkrankheit gemindert.

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Original Titel:
Predicted Coronary Heart Disease Risk Decreases in Obese Patients After Laparoscopic Sleeve Gastrectomy

Autor:
Huang CC, Wang W, Chen RJ, Wei PL, Tzao C, Chen PL. Predicted Coronary Heart Disease Risk Decreases in Obese Patients After Laparoscopic Sleeve Gastrectomy. World J Surg. 2018 Jul;42(7):2173-2182. doi: 10.1007/s00268-017-4416-6.