Tabuthema Darm

... im Oberstübchen frei machen, bitte!

Tipps und Tricks zur Überwindung der Scham

Bei Problemen mit dem Verdauungsorgan oder Stuhlgang konfrontieren Familie und nahes Umfeld einen schon in der Kindheit mit Sätzen wie „Darüber spricht man nicht“ oder „Sag das nicht so laut“. Damit tun sie dem Darm – einem unserer wichtigsten Organe – nicht nur Unrecht, sondern gefährden in einigen Fällen sogar die Gesundheit.

Denn:
Verschweigen Betroffene  ihre Beschwerden aus Scham, können sich unbehandelt schwerwiegende Erkrankungen wie etwa Entzündungen, ein Darmverschluss oder auch -durchbruch entwickeln.

„Bestimmte Begrifflichkeiten zur Umschreibung der Leiden und eine humorvolle Herangehensweise erleichtern es, ohne Schamgefühle über seine Darmbeschwerden zu reden und krankhafte Ursachen rechtzeitig zu erkennen“, rät Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover.

Außerdem hilft in vielen Fällen schon ein entsprechendes Hintergrundwissen.

„Mein Bauch fühlt sich an wie ein Ballon“
Blähungen empfinden die meisten Personen als unangenehm und störend. In vielen Fällen stecken nur harmlose Ursachen hinter dem von Medizinern als Flatulenz bezeichneten Phänomen. Zum Beispiel das Verschlucken von Atemluft oder falsches Essverhalten.

„Treten die Symptome jedoch über mehrere Tage verstärkt und in Begleitung von Durchfall, Krämpfen oder Verstopfung auf, sollten die Betroffenen einen ärztlichen Rat einholen“, gibt Prof. Hillejan zu bedenken.

Denn dann können Unverträglichkeiten oder Darmerkrankungen hinter den Symptomen stecken. Weiß der Patient nicht, wie er das Kind möglichst ohne Scham beim Namen nennen soll, kann er es etwa als „Luft im Bauch“ oder „eine zunehmende Gasentwicklung im Darmtrakt“ beschreiben. Mithilfe von Ultraschall-, Röntgen- oder Blutuntersuchung schafft der Proktologe dann Klarheit.

Hämorrhoiden: Gut gepolstert?
Sie sitzen als dichtes Gefäßpolster kurz vor dem Schließmuskel und dienen zur Abdichtung des Darmausgangs. Nicht alle Menschen wissen, dass jeder Hämorrhoiden besitzt. Zum Hämorrhoidalleiden kommt es aber erst, wenn die Gefäße anschwellen oder sich entzünden. Hierbei wölbt sich das Gewebe Schritt für Schritt in Richtung Darmausgang vor.

Nicht gefährlich, dennoch sehr unangenehm und in fortgeschrittenen Stadien mit Schmerzen, Brennen oder auch Blutungen verbunden.

„Hausmittel und Cremes lindern dabei nur die Symptome, bekämpfen jedoch nicht die Ursache“, warnt Prof. Hillejan.

Darum gilt:
Je früher der Arztbesuch erfolgt, desto besser lässt sich dieses Leiden behandeln.

Stichworte wie „Schmerzen“, „Blutspuren am Darmausgang“ oder „Beschwerden beim Stuhlgang“ lassen den Proktologen dabei aufhorchen und die nötigen  Untersuchungen einleiten.

Hier sollte sich der Patient folgende Tatsache vor Augen führen:
Was anderen vielleicht peinlich erscheint, gilt für den Mediziner als Alltag und normal. Je nach Stadium verödet er die betroffene Hämorrhoide sanft mittels einer Injektion (Sklerosierung) oder bindet das Gewebe (Ligatur) beziehungsweise die sie versorgende Hauptarterie (Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur) mittels eines Fadens ab.

Hämorrhoidalleiden dritten oder vierten Grades erfordern heutzutage nicht mehr zwangsweise eine Operation, sondern lassen sich beispielsweise mit der schonenden Laserhämorrhoidoplastie in nur 20 Minuten ambulant entfernen.

Nahrung auf Wanderschaft
Zu den besonders unangenehmen Leiden gehört die Darminkontinenz. Hierbei können Betroffene die verdaute Nahrung aufgrund eines defekten Schließmuskels nicht kontrolliert im Darm halten.

Ursachen bilden häufige  Verstopfungen, Entzündungen, Muskelerkrankungen oder Verletzungen durch Operationen oder Geburt.

Sie verhindern, dass sich der ringförmige Muskel wie eine Kamerablende kontrolliert öffnet und schließt. Scham und peinliche Berührtheit sind hier vorprogrammiert, jedoch völlig fehl am Platz.

Betroffene sollten sich einem Proktologen anvertrauen und ihn über ihre Probleme beim Halten des Stuhlgangs informieren.

Treten die Beschwerden mindestens einmal pro Woche auf und lassen sich mit medikamentöser Therapie oder Ernährungsumstellung nicht behandeln, steht den Patienten die neue Radiofrequenztherapie Secca zur Verfügung.

„Dabei übertragen impulsgebende Elektronadeln Radiofrequenzenergie auf den Schließmuskel, die seine Elastizität verändert und einen Straffungsprozess  einleitet“, erklärt Prof. Hillejan das schonende und – aufgrund der fehlenden Nerven in diesem Bereich – nicht spürbare Verfahren.

In den folgenden Tagen lassen die Symptome spürbar nach und nach etwa sechs bis sieben Monaten stellt sich das endgültige Ergebnis ein.

Mehr Informationen erhalten Sie auch unter www.praxisklinik.com.