Brustkrebsvorsorge: Anleitung zur Selbstuntersuchung

Die Online-Arztpraxis ZAVA erklärt, wie Frauen ihre Brust zur Krebsvorsorge monatlich abtasten sollten.

Jede achte Frau erkrankt im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs.

Je früher er erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine vollständige Genesung. Trotzdem untersuchen viele Frauen ihren Busen nicht regelmäßig.

Doch wer seine Brüste abtastet, kann Gewebeveränderungen frühzeitig feststellen und bestehenden Brustkrebs möglicherweise erkennen.

Dr. med. Ulrike Thieme von der Online-Arztpraxis ZAVA erklärt, wie die Selbstuntersuchung funktioniert und wie sich Brustkrebs anfühlt.

Wann und wie oft sollte ich meine Brust abtasten?

Dr. med. Thieme rät: „Ich empfehle Frauen, ihre Brust einmal im Monat, möglichst immer zur gleichen Zeit im Menstruationszyklus, abzutasten.

Dafür bietet sich vor allem die Zeit während der Regelblutung an, da dann das Brustgewebe weich ist und sich Verhärtungen und Knoten gut ertasten lassen. So kann nicht nur Brustkrebs, sondern es können auch andere Veränderungen der Brust, wie zum Beispiel Entzündungen oder gutartige Gewebeknoten, frühzeitig festgestellt werden.

Der Frauenarzt untersucht die Brüste bei Frauen ab 30 Jahren einmal im Jahr.“

Schritt-für-Schritt-Anleitung
ZAVA zeigt, wie Frauen beim Abtasten der Brust am besten vorgehen sollten und dabei Brustkrebs ertasten können.

Es empfiehlt sich bei der Selbstuntersuchung eine immer gleiche Vorgehensweise, um keinen Schritt zu vergessen.

  • Jede Brust im Spiegel aufmerksam betrachten. Zuerst mit herunterhängenden, dann mit über den Kopf gestreckten Armen. Auf Formveränderungen, eine Vergrößerung einer oder beider Brüste, Rötungen, eingezogene Brustwarzen, Farbe und Struktur der Brustwarzen, Dellen in der Haut sowie Entzündungen achten. Bei Entzündungen ist die Brust meist gerötet, überwärmt, verhärtet und geschwollen.

  • Eine Hand zur Stabilisierung unter oder auf die Brust legen. Mit den drei mittleren Fingern der anderen Hand streifenförmig vom Brustbein Richtung Achselhöhle in kleinen kreisenden Bewegungen über die Brust streichen. Dabei auf Knoten, empfindliche Stellen oder Schmerzen achten.

  • Beide Brustwarzen nacheinander betasten, leicht drücken und auf austretende Flüssigkeit oder Schmerzen achten. Falls Flüssigkeit austritt, notieren, ob sie klar, eitrig-gelb oder blutig aussieht. Wenn das Sekret eitrig aussieht, ist das in der Regel zwar kein Anzeichen von Brustkrebs, jedoch kann eine andere Erkrankung zugrunde liegen.

  • Auf den Rücken legen und dabei den linken Arm nach hinten strecken. Dabei die linke Brust- und Achselhöhle abtasten. Anschließend den rechten Arm strecken und die rechte Brust- und Achselhöhle untersuchen. Auf Knoten, empfindliche Stellen und Schmerzen achten.

Was kann ich beim Abtasten der Brust fühlen?
Die Brust besteht zum größten Teil aus Fettgewebe, das sich eher weich anfühlt. Die Milchgänge, die zur Brustwarze führen, sind eher feste Stränge, die insbesondere während der Stillzeit gut tastbar sind. In der Achselhöhle sitzen Lymphknoten, die die Lymphflüssigkeit aus der Brust sammeln. Sie sind normalerweise nicht größer als 1 cm, außer man hat einen Infekt, der mit größeren, geschwollenen Lymphknoten einhergehen kann. Drückt man fester auf die Brust, lassen sich zudem die darunter liegenden Muskeln und Rippen ertasten.

Wie fühlt sich Brustkrebs beim Abtasten an?
Auf folgende Anzeichen sollte bei der Selbstuntersuchung besonderes Augenmerk gelegt werden:

  • Der Knoten in der Brust oder Gewebeverdichtungen.

  • Dabei bitte beachten: Wer einen Knoten feststellt, sollte testen, ob er sich verschieben lässt oder an der gleichen Stelle bleibt.

  • Die Brustwarze ist an einer Stelle eingezogen oder insgesamt eingesunken

  • Die Brustwarze sondert blutiges oder klares Sekret ab

  • Achselhöhle und Lymphknoten sind geschwollen

  • Die Brustform und -größe hat sich verändert

Wie zuverlässig ist das Abtasten der Brust?
Gelegentlich steht die Selbstuntersuchung in der Kritik, da auch geübte Personen erst Knoten ab 1-1,5 cm ertasten können.

Außerdem kann ein auffälliger Tastbefund auch zu Aufregung und Angst führen, die unbegründet ist, da die ÄrztInnen in den meisten Fällen eine Entwarnung aussprechen kann.

Dr. med. Ulrike Thieme rät dennoch allen Frauen ab dem 20. Lebensjahr explizit zur Selbstuntersuchung, da viele Betroffene ihren Tumor selbst aufspüren.

Wann muss ich zum Arzt?
Wer eine der genannten Auffälligkeiten an der eigenen Brust bemerkt, sollte sich direkt an einen Arzt wenden. Dieser wird die Brust sorgfältig untersuchen und zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung, ein Röntgen der Brust (Mammographie) oder eine Kernspintomographie durchführen.

Nicht hinter jedem Knoten steckt ein Brustkrebs.
Es gibt gutartige Gewebeveränderungen wie zum Beispiel Zysten oder Wucherungen des Bindegewebes. Diese müssen in den meisten Fällen nicht behandelt werden.

Bei Beschwerden können sie jedoch operativ entfernt, entleert oder medikamentös behandelt werden. Häufig führen zudem hormonelle Umstellungen zu Knoten in der Brust, zum Beispiel als Nebenwirkung der Antibabypille. Diese verschwinden in den meisten Fällen aber von selbst wieder.

Grundsätzlich sollten Sie ein- bis zweimal im Jahr den Frauenarzt zur Kontrolle und für die Krebsfrüherkennung aufsuchen. Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr wird außerdem alle zwei Jahre eine Mammographie empfohlen, deren Kosten die Krankenkasse deckt.

Über Zava
Zava ist mit über 1 Million Beratungen und Behandlungen führender Anbieter telemedizinischer Leistungen in Deutschland. Europaweit wurden seit 2011 über 5 Millionen Konsultationen für Patientinnen und Patienten aus Deutschland, Großbritannien, Irland und Frankreich durchgeführt.

Ärzte beraten und behandeln zeit- und ortsunabhängig per Internet, Telefon- und Video-Sprechstunde. Medikamente können in der Apotheke vor Ort abgeholt oder per Versandapotheke zum Patienten nach Hause geschickt werden.

Über das Tochterunternehmen Medlanes werden zusätzlich Hausbesuche sowie priorisierte Praxistermine mit einem Netzwerk von mehr als 200 Ärzten angeboten. Mit der KBV-zertifizierten Videokonsultationssoftware sprechstunde.online können Videokonsultationen für gesetzlich Versicherte angeboten werden. Aktuell nutzen das Angebot rund 12.000 Ärzte und weitere medizinische Leistungserbringer.

Die Online-Arztpraxis Zava wurde von David Meinertz (CEO) gegründet und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter an den Unternehmensstandorten in Berlin (Medlanes), Essen (sprechstunde.online), Hamburg, Dublin und London.

Über www.zavamed.com/de  werden über 35 krankheitsspezifische Sprechstunden aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Dermatologie, Innere Medizin, Männer- und Frauengesundheit sowie der Reisemedizin per Anamnesebogen oder Foto-Diagnose angeboten.

Für weitergehende Diagnostik verschickt Zava Testkits, die Patienten nach Probeentnahme ans Labor senden.

Ergänzend zur Online-Arztpraxis können über die Zava-App direkte Arzt-Patienten-Gespräche per Video oder Telefon in Deutschland gebucht und durchgeführt werden. Patienten erhalten für Medikamente elektronische Rezepte; auch Gesundheits-Apps können verschrieben werden.