Wenn Abnehmen Spuren hinterlässt
Abnehmspritzen verändern das Bodycontouring – Straffungsoperationen zunehmend gefragt
Durch den zunehmenden Einsatz sogenannter Abnehmspritzen verlieren viele Menschen innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit deutlich an Gewicht. Damit rückt auch eine Folge stärker in den Fokus: die Frage, wie sich der Körper nach einer solchen Gewichtsabnahme verändert. Denn während die Gewichtsreduktion für viele Menschen einen großen gesundheitlichen und persönlichen Erfolg darstellt, kann die Haut mit der schnellen Veränderung nicht immer Schritt halten.
Hat sie sich über Jahre stark gedehnt, bildet sie sich häufig nicht vollständig zurück. Die Folgen sind Hautüberschüsse an Bauch, Hüften, Rücken, Oberarmen und Oberschenkeln sowie erschlafftes Gewebe an Brust und Gesäß. Entsprechend wächst auch die Nachfrage nach operativen Straffungsverfahren und modernem Bodycontouring.
„Für Betroffene stellen Straffungsoperationen meist einen letzten Ausweg dar, um sich wieder im eigenen Körper wohlzufühlen. Ausgeprägte Hautfalten stören nicht nur ästhetisch, sondern können auch die Bewegung einschränken, scheuern und die Pflege erschweren. Während an manchen Stellen Gewebeüberschüsse bestehen, fehlt andernorts Volumen. Genau hier setzt das moderne Bodycontouring an“, sagt Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor der Düsseldorfer Klinik Medical Inn, und ergänzt: „Statt lediglich überschüssige Haut zu entfernen, werden heute Körperform, Volumen und Proportionen als Ganzes betrachtet.“
Definierte Körperform durch Bauchdeckenstraffung
Bei ausgeprägten Hautüberschüssen stellen operative Straffungsverfahren nach wie vor die effektivste Behandlung dar. Nichtoperative Technologien können die Hautqualität oder eine leichte Gewebeerschlaffung beeinflussen, größere Überschüsse jedoch nicht beseitigen.
„Durch eine Bauchdeckenstraffung lassen sich etwa die Bauchmuskeln zusammenführen und lässt sich überschüssiges Gewebe entfernen. Meist kombinieren wir den Eingriff mit einer Fettabsaugung. Die Narbe verläuft anschließend möglichst unauffällig entlang der Bikinilinie“, erläutert Dr. Atila.
Während bei einer klassischen Bauchstraffung vor allem die Körpermitte in vertikaler Richtung gestrafft wird, ermöglicht die sogenannte Fleur-de-Lis-Abdominoplastik eine zusätzliche vertikale Resektion, also eine Straffung in der Breite. Das kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn nach massivem Gewichtsverlust nicht nur am Unterbauch, sondern über die gesamte Körpermitte ein deutlicher Hautüberschuss besteht.
Darüber hinaus wird zunehmend auch eine laterale, also seitliche Thoraxwandstraffung beidseits durchgeführt. Dabei werden die seitlichen Körperpartien bis zum Übergang zum Rücken gestrafft, um die Kontur des Rumpfes harmonischer zu formen.
Von Brust- bis Oberschenkelstraffung
Nach einem starken Gewichtsverlust können Hautüberschüsse jedoch weit über die Bauchregion hinausreichen und den gesamten Rumpf betreffen. In diesen Fällen kommt ein Lower-Body-Lift beziehungsweise zirkuläres Bodylift infrage, bei dem der untere Rücken einbezogen werden kann und zugleich die seitlichen Oberschenkel sowie die Gesäßregion angehoben werden können.
Bei der Gesäßstraffung wird mittlerweile häufig zusätzlich eine Straffung der unteren Gesäßpartie vorgenommen, ein sogenannter „Lower Buttock Lift“. Dabei wird gezielt die untere Gesäßpartie gestrafft und zugleich der Übergang zum Oberschenkel horizontal mitbehandelt.
Weitere Bereiche lassen sich je nach individuellem Befund ebenfalls behandeln:
Eine Oberarmstraffung, die sogenannte Brachioplastik, entfernt überschüssige Haut an den Oberarmen.
Oberschenkelstraffungen adressieren erschlaffte Partien an den Beinen und erfordern je nach Befund eine horizontale, vertikale oder kombinierte Schnittführung. Bei Frauen gehört zudem die Bruststraffung häufig zum Bodycontouring, da die Brust nach starkem Gewichtsverlust oder auch nach Schwangerschaften sowohl an Spannkraft als auch an Volumen verliert.
„Der Eingriff korrigiert die Form der Brust. Wir setzen auf eine spezielle Technik, mit der sich Haut- und Brustdrüsengewebe umverteilen lassen. Gleichzeitig wird die Brustwarzenposition angehoben und der Brustwarzenvorhof verkleinert“, berichtet der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie.
Körperform als Ganzes betrachten
Beim modernen Bodycontouring geht es jedoch nicht nur darum, möglichst viel überschüssige Haut zu entfernen. Entscheidend ist vielmehr, welche Silhouette nach der Straffung entsteht. Bauch, Taille, Rücken, Brust und Gesäß werden als zusammenhängende ästhetische Einheit betrachtet.
„Eine Straffung verändert immer auch die angrenzenden Körperregionen. Häufig führen wir neben Straffungen deshalb auch Fettabsaugungen durch, um beispielsweise verbliebene Polster an Taille oder Rücken gezielt zu reduzieren und Übergänge harmonischer zu gestalten“, sagt Dr. Atila und ergänzt: „Mehr Fett abzusaugen, bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Vielmehr muss individuell entschieden werden, wo Volumen reduziert werden sollte – und wo vorhandenes Gewebe sogar benötigt wird, um eine harmonische Kontur zu erhalten.“
Zusätzliche Verfahren für straffes Gewebe
Technische Entwicklungen haben das Bodycontouring zusätzlich erweitert, sodass Straffungen und Fettabsaugungen mit weiteren Verfahren optimiert werden können. Dazu gehören beispielsweise laserbasierte Technologien zur gezielten Fettmodellierung sowie radiofrequenz- oder plasmabasierte Anwendungen, die auf eine zusätzliche Kontraktion des Gewebes abzielen.
„Solche Verfahren dienen dazu, durch Energie das Gewebe kontrolliert zu erwärmen. Durch die Wärme ziehen sich vorhandene Kollagenfasern zusammen und regen einen längerfristigen Umbauprozess an. Dadurch kann das behandelte Areal fester und straffer erscheinen“, sagt Dr. Atila abschließend.
Weitere Informationen unter www.medical-inn.com