Am 21. Juni ist Tag des Sonnenschutzes
Hautkrebs vorbeugen: Bayerische Krebsgesellschaft ruft zu konsequentem UV-Schutz auf
Sommer, Sonne, Ferienzeit: Viele Menschen in Bayern zieht es jetzt nach draußen, in Biergärten, an Badeseen, in die Berge oder auf den Spielplatz. Doch gerade an langen Sommertagen wird ein Risiko häufig unterschätzt: UV-Strahlung. Sie gilt als wichtigster vermeidbarer Risikofaktor für Hautkrebs.
Anlässlich des Tags des Sonnenschutzes am 21. Juni ruft die Bayerische Krebsgesellschaft deshalb dazu auf, Sonnenschutz im Alltag ernster zu nehmen – besonders bei Kindern und Jugendlichen.
„Sonne tut gut, aber ungeschützte UV-Strahlung kann die Haut dauerhaft schädigen. Entscheidend ist deshalb nicht, nur die Sonne zu meiden, sondern bewusst mit ihr umzugehen“, sagt Prof. Dr. Volker Heinemann, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. „Täglicher Sonnenschutz sollte so selbstverständlich werden wie das Anschnallen im Auto: nicht erst eincremen, wenn die Haut schon rot wird, sondern grundsätzlich bei längeren Aufenthalten im Freien an den Sonnenschutz denken, weil das Risiko nicht immer offensichtlich ist.“
Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Nach den aktuellen Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (RKI) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland erkrankten im Jahr 2023 rund 27.430 Menschen in Deutschland neu am Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs.
Hinzu kommen geschätzt knapp 243.000 Neuerkrankungen an nicht-melanotischem Hautkrebs, umgangssprachlich häufig als weißer oder heller Hautkrebs bezeichnet. Dazu zählen insbesondere Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome.[1]
Schwarzer Hautkrebs ist seltener, aber besonders gefährlich, weil er früh Metastasen bilden kann. Weißer Hautkrebs tritt deutlich häufiger auf und entsteht besonders an Hautstellen, die über Jahre regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, etwa Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Nacken, Unterarme oder Handrücken.
Auch wenn weißer Hautkrebs meist langsamer wächst, kann er erhebliche Behandlungen notwendig machen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Die Entwicklung ist seit Jahren besorgniserregend. Beim Melanom steigen die altersstandardisierten Erkrankungsraten in Deutschland nach Angaben des RKI seit 1999 weiter an.
Auch beim weißen Hautkrebs wurden in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Zunahmen beobachtet. Ein Teil dieser Entwicklung hängt damit zusammen, dass Hautkrebs heute häufiger erkannt und dokumentiert wird, unter anderem durch das gesetzliche Hautkrebsscreening.
Gleichzeitig spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle: die älter werdende Bevölkerung, häufige Freizeitaktivitäten im Freien, Urlaubsreisen in sonnenintensive Regionen, frühere Sonnenbrände und ein über viele Jahre sorgloser Umgang mit UV-Strahlung.[2]
„Die Haut vergisst nicht“, betont Prof. Heinemann. „UV-Schäden sammeln sich über das Leben an. Gerade Sonnenbrände in Kindheit und Jugend können das Risiko für Hautkrebs im späteren Leben erhöhen. Deshalb beginnt wirksame Krebsprävention nicht erst in der Arztpraxis, sondern im Familienalltag, in der Kita, in der Schule, beim Sport und am Arbeitsplatz.“
Ein hilfreicher Orientierungswert ist der UV-Index. Er zeigt an, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung ist. Bereits ab einem UV-Index von 3 sind Schutzmaßnahmen erforderlich.[3]Wichtig dabei ist: UV-Strahlung ist nicht an Hitze gekoppelt. Auch an kühleren, windigen oder bewölkten Tagen kann die Haut belastet werden. Besonders tückisch ist die Sonne in den Bergen, am Wasser oder auf hellen Flächen, weil UV-Strahlung dort zusätzlich reflektiert wird.
Besonders wichtig ist der UV-Schutz bei Kindern
Besonders im Fokus stehen Kinder. Ihre Haut ist empfindlicher als Erwachsenenhaut und kann UV-Schäden schlechter kompensieren. Gleichzeitig verbringen Kinder viel Zeit im Freien. Gewohnheiten, die früh eingeübt werden, prägen das Verhalten oft ein Leben lang.
Genau hier setzt das Projekt „SunPass – Gesunder Sonnenspaß für Kinder“ der Bayerischen Krebsgesellschaft an. Kindertageseinrichtungen in Bayern werden dabei unterstützt, Sonnenschutz dauerhaft in den Kita-Alltag zu integrieren
Erzieher*innen erhalten Schulungen, Checklisten, Materialien und praktische Anregungen für die Arbeit mit Kindern und Eltern. Die Kinder lernen spielerisch, warum Schatten, Sonnenhut, Kleidung und Sonnencreme wichtig sind. Alle Einrichtungen, die empfohlene Sonnenschutzmaßnahmen erfolgreich umsetzen, können als Sonnenschutz-Kita ausgezeichnet werden.
„SunPass zeigt, dass Prävention konkret, alltagstauglich und kindgerecht sein kann“, sagt Prof. Heinemann. „Wenn Kinder lernen, dass Sonnenschutz dazugehört, nehmen sie dieses Wissen mit in ihr weiteres Leben. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Krebsprävention in Bayern.“
In Bayern wird das Projekt mit Unterstützung der IKK classic, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, des Landesverbands der Kommunalen Unfallversicherung Bayern, der Bayerischen Landesunfallkasse sowie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege umgesetzt.
Die Bayerische Krebsgesellschaft empfiehlt:
1. UV-Index prüfen: Wer den UV-Index in Wetter-Apps oder beim Deutschen Wetterdienst prüft, kann Aktivitäten im Freien besser planen.
2. Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Belastung besonders hoch. Aktivitäten im Freien sollten in die Morgen- oder späteren Nachmittagsstunden verlegt werden.
3. Schatten suchen: Schatten ist eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen. Aber auch im Schatten kann UV-Strahlung die Haut erreichen. Deshalb bleibt zusätzlicher Schutz wichtig.
4. Kleidung vor Creme: Dicht gewebte, luftige Kleidung, Kopfbedeckung mit Nacken- und Gesichtsschutz sowie Sonnenbrille mit UV-Schutz schützen zuverlässig. Besonders gefährdete Stellen wie Ohren, Nase, Lippen, Nacken, Schultern und Fußrücken werden häufig vergessen.
5. Sonnencreme richtig verwenden: Unbedeckte Haut sollte großzügig mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Wichtig sind ein ausreichend hoher Lichtschutzfaktor (z.B. 30-50), rechtzeitiges Auftragen und regelmäßiges Nachcremen, besonders nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen. Nachcremen verlängert nicht unbegrenzt die Schutzzeit.
6. Säuglinge konsequent schützen: Babys gehören nicht in die direkte Sonne. Für Kleinkinder sind Schatten, Kleidung, Sonnenhut und ein gut geplanter Tagesablauf besonders wichtig.
7. Solarien meiden: Künstliche UV-Strahlung belastet die Haut zusätzlich und erhöht das Hautkrebsrisiko. Bräune aus dem Solarium ist kein gesunder Schutz.
8. Haut regelmäßig anschauen: Neue, wachsende, blutende, juckende oder sich verändernde Hautstellen sollten ärztlich abgeklärt werden. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben derzeit in Deutschland alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening.
Weitere Informationen zum Projekt SunPass erhalten Sie unter http://www.bayerische-krebsges...
Anmeldung zum SunPass-Projekt: E-Mail: sunpass(at)bayerische-krebsgesellschaft.de
Prävention: https://www.bayerische-krebsge...
[1] Quelle: Krebs in Deutschland 2021–2023, Robert Koch-Institut/Zentrum für Krebsregisterdaten und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland
[2] Quelle: Krebs in Deutschland 2021–2023, Robert Koch-Institut/Zentrum für Krebsregisterdaten und Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland
[3] UV-Index https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv-index/einfuehrung/einfuehrung.html