Social-Media-Trend Looksmaxxing: per Knochenbruch zum Wunschkörper

Beauty-Doc klärt auf, wie Instagram und Co. Schönheitsideale beeinflussen Social-Media-Trends und Online-Challenges sind auf Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube verbreitet. 

Viele dieser Trends sind harmlos – doch manche sind gefährlich und bergen erhebliche gesundheitliche Risiken. So auch der Looksmaxxing-Trend, bei dem immer mehr junge Menschen auf extreme und teils medizinisch riskante Maßnahmen setzen, um einem vermeintlichen Idealbild zu entsprechen.

Unter dem Schlagwort „Looksmaxxing“ geht es darum, das eigene äußere Erscheinungsbild maximal zu „optimieren“.

Während darunter zunächst harmlose Aspekte wie Fitness oder Hautpflege verstanden wurden, ist es zu einer radikalen Form der Selbstoptimierung geworden – bis zu gezielten Knochenbrüchen, dem sogenannten „Bone-Smashing“, um gewünschte Gesichts- oder Körperveränderung zu erzielen.

So berichtet etwa der Influencer Braden Peters, er habe sein Gesicht regelmäßig mit einem Hammer bearbeitet, weil kaputte Knochen stärker nachwüchsen und damit das Gesicht zum Besseren veränderten.

Prof. CH Dr. med. Mehmet Atila, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Direktor der „Medical Inn“-Klinik in Düsseldorf, ordnet Social-Media-Trends und ihren Einfluss auf Schönheitsideale ein: „Social-Media-Kanäle wie Instagram, TikTok und Snapchat beeinflussen seit vielen Jahren das Schönheitsideal vieler Menschen. Bearbeitete Fotos und verschiedene Filter zaubern ein nahezu perfektes Aussehen. Das verändert die eigene Selbstwahrnehmung, sodass insbesondere junge Menschen unter einem enormen Schönheitsdruck leiden. Sie werden mit Illusionen konfrontiert, die sie nach einem Ideal streben lassen, das auf natürlichem Wege kaum erreichbar ist. 

Und auch viele Influencer und Stars vermitteln ihren Followern bestimmte Schönheitsideale und Körpertrends. Und so wünschen sich selbst Menschen, die sich bereits vorher als schön beziehungsweise attraktiv betrachtet und keine Komplexe mit ihrem äußeren Erscheinungsbild gehabt haben, ein verändertes Aussehen – und fangen beispielsweise an, ihre Wangenknochen mit einem Hammer zu bearbeiten, oder lassen einen komplizierten Eingriff einer Beinverlängerung über sich ergehen.

Zwar birgt die moderne Medizin vergleichsweise wenige Gefahren. Wer sich unter das Messer legt, geht jedoch zwangsläufig Risiken ein. Und selbst durchgeführte Beauty-Treatments können äußerts gefährlich werden. Deshalb sollten Patienten Schönheitsoperationen nur aus wirklich ernsthaften Motiven anstreben: etwa aus medizinisch notwendigen Gründen, beispielsweise bei starkem Übergewicht oder einem schmerzhaften Lipödem.

Manche Menschen leiden auch aufgrund von Gewichtsschwankungen oder nach Schwangerschaften psychisch unter ihrem Aussehen, sodass sie ästhetische Eingriffe für ihr geistiges Wohlbefinden durchführen lassen. 

In jedem Fall sollte vor einem Eingriff ein Aufklärungsgespräch bei einem Facharzt stattfinden. Es gilt, besonders junge Menschen umfassend zu beraten und ihnen Risiken aufzuzeigen. Denn ein Trend, der einem in jungen Jahren gefallen hat, kann aufgrund des normalen Alterungsprozesses und durch Veränderungen der Lebensumstände irgendwann missfallen.

Auch das Rückgängigmachen vieler Operationen ist entweder gar nicht mehr möglich oder gestaltet sich deutlich schwerer als der primäre Eingriff. Wer also versucht, Unerreichbares wahr werden zu lassen, kann sich zwangsläufig in der Abwärtsspirale von endlosen medizinischen Verfahren wiederfinden.“

Weitere Informationen unter www.medical-inn.com