Studie zur Blutdrucktherapie während Operationen

Ein während einer großen Operation unter Vollnarkose individuell angepasster Blutdruck kann Organkomplikationen oder das Versterben von Patienten nicht besser verhindern als eine routinemäßige Behandlung. 

Das ist das Ergebnis der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten (Projektnummer 445158321), multizentrischen, randomisiert-kontrollierten IMPROVE-multi-Studie unter Leitung von Wissenschaftlern aus der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). 

Die Forschenden um Prof. Dr. Bernd Saugel und Priv.-Doz. Dr. Karim Kouz haben untersucht, wie hoch der Blutdruck während einer großen Operation unter Allgemeinanästhesie sein sollte, um eine adäquate Durchblutung der Organe zu gewährleisten und Organkomplikationen wie akutes Nierenversagen oder Durchblutungsstörungen des Herzens zu verhindern.

Insbesondere wurde erforscht, ob die Anwendung individueller Blutdruckziele für einzelne Patienten besser ist als die gegenwärtige klinische Praxis – das heißt, den mittleren arteriellen Blutdruck grundsätzlich bei allen Patienten über 60 bis 65 mmHg zu halten. 

In die Studie wurden rund 1200 Hochrisikopatienten, die sich einem großen abdominalchirurgischen Eingriff unterziehen mussten, in 15 Universitätskliniken in Deutschland eingeschlossen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin JAMA veröffentlicht.

Quelle
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Mitteilung vom 7. Januar 2026

Publikation: 
Saugel et al. Individualized Perioperative Blood Pressure Management in Patients Undergoing Major Abdominal Surgery. JAMA. 2025.

DOI: https://doi.org/10.1001/jama.2025.17235