Deutscher Reha-Tag am 26. September: Nach der Reha ist vor dem Alltag

So bleibt der Rücken langfristig stark

Die Schmerzen sind gelindert, die Beweglichkeit zurückgewonnen: Die Reha ist geschafft.

Und jetzt? 

Für viele Patientinnen und Patienten beginnt die eigentliche Herausforderung zuhause – im Alltag ohne tägliche Therapie. Orthopädische Erkrankungen sind mit einem Anteil von 36 Prozent die häufigste Ursache für eine medizinische Reha, wie der Reha-Atlas 2025 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zeigt. 

Anlässlich des Deutschen Reha-Tages am 26. September 2026 erklärt die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., wie sich Reha-Erfolge nachhaltig in den Alltag übertragen lassen und wie das AGR-Gütesiegel dabei helfen kann.

Einfache, aber konsequent umgesetzte Maßnahmen helfen dabei, den Reha-Erfolg im Alltag zu sichern. [© Adobe Stock_Prostock-studio]

„Eine orthopädische Reha endet nicht an der Kliniktür. Entscheidend für einen anhaltenden Erfolg ist die Umsetzung des erworbenen Wissens sowie die Fortführung des Gesundheitstrainings zuhause und unter den Bedingungen des Arbeitsalltages“, betont Martin Vierl, medizinischer Experte der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. 

Wer nach einer Rücken-Operation noch unsicher auf den Beinen ist, hat oft Angst zu stürzen, vermeidet unbewusst Bewegung und nimmt eine schonende, gebückte Haltung ein. Dabei wäre genau das Gegenteil richtig.

Warum Reha-Erfolge oft verpuffen

Eine Studie in der Zeitschrift für Rheumatologie zeigt, wie schnell positive Effekte nachlassen, wenn sie im Alltag nicht weitergeführt werden. Betroffene mit muskuloskelettalen Erkrankungen, darunter auch chronische Rückenschmerzen, steigerten ihr Bewegungspensum durch die Reha zunächst deutlich: Drei Monate später lag es fast 48 Prozent über dem Ausgangsniveau. Nach einem Jahr waren davon nur noch rund 13 Prozent übrig. Oft liegt das nicht am fehlenden Willen, sondern am Rückfall in alte Gewohnheiten.

Tipps für eine rückengerechte Alltagsroutine nach der Klinik

Aus der Erfahrung des Experten können schon einfache, aber konsequent umgesetzte Maßnahmen dabei helfen, den Reha-Erfolg zu sichern:

  • Aus der Reha Empfehlungen für gezielte Eigenübungen mitnehmen

  • Reha-Nachsorge bzw. Anschlussleistungen der DRV oder Krankenkasse (z. B. IRENA, T-RENA, Rehasport) verordnen lassen

  • Wirksam trainieren: zweimal pro Woche 1 Stunde Krafttraining, zweimal pro Woche 1 Stunde Ausdauertraining, jeden Tag 20 Minuten Lockerungsgymnastik und Dehnen

  • Zeitfenster für Training schriftlich fest im Alltag einplanen

  • Angebote in Studios und Vereinen stärken die soziale Anbindung

„Das Wichtigste ist, selbst für die eigene Gesundheit aktiv zu werden!“, betont Vierl.

Das AGR-Gütesiegel für ergonomische Qualität

Neben Bewegung und neuen Gewohnheiten spielt auch die Umgebung eine Rolle. Wer Wohnung und Arbeitsplatz rückenfreundlich einrichtet, erleichtert sich den Alltag nach der Reha erheblich. Vierl rät, dabei auf das Gütesiegel „Geprüft und empfohlen“ zu achten.

Es kennzeichnet Produkte, die von einem unabhängigen, interdisziplinären Prüfgremium mit Experten aus den Bereichen Medizin, Therapie sowie Sport- und Bewegungswissenschaft als besonders rückenfreundlich bewertet wurden – von höhenverstellbaren Schreibtischen und dynamischen Bürostühlen über Trainingsgeräte für schonendes Rückentraining bis hin zu ergonomischen Matratzen.

Informationen und Tipps sowie Anleitungen für gezielte Rückenübungen gibt es auf www.agr-ev.de