Der Einbruchschutz beginnt an Fenstern und Türen
Jedes Zuhause bringt andere Voraussetzungen mit.
Bei einer Erdgeschosswohnung mit Terrasse oder einem Haus sind andere Zugänge zu berücksichtigen als bei einer Wohnung im Obergeschoss. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt auch davon ab, wie Fenster und Türen beschaffen und bereits gesichert sind.
Mechanische Sicherungen bilden aus Sicht der Polizei die Grundlage des Einbruchschutzes, weil sie das Eindringen erschweren. Dazu zählen etwa Zusatzschlösser und Querriegel an Türen sowie nachrüstbare Verriegelungen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Sie verstärken mögliche Schwachstellen und erschweren das gewaltsame Öffnen.
Damit sie ihre Wirkung entfalten können, müssen sie zur Konstruktion passen und fachgerecht montiert sein. Eine Kamera kann diese Zugänge zusätzlich überwachen, die Sicherungen aber nicht ersetzen.
Wie wichtig es ist, potenziellen Einbrechern den Zugang möglichst schwer zu machen, zeigen auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik. Für 2025 wurden bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche* einschließlich Versuchen erfasst.
Bei 44,9 Prozent und damit fast der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch – die Einbrecher konnten nicht in das Objekt eindringen. Laut Polizeilicher Kriminalprävention können technische Sicherungen dazu beitragen, Einbruchsversuche zu erschweren.
Beleuchtung hilft im Dunkeln und bei Abwesenheit
Neben gesicherten Zugängen gewinnt im Herbst mit den früher einsetzenden Abendstunden auch die Beleuchtung an Bedeutung. Ergänzend zur Straßenbeleuchtung kann Licht direkt am Eingang die Sicht verbessern. Bewegungsmelder schalten es beim Heimkommen automatisch ein und machen zugleich Bewegungen im Eingangsbereich sichtbar.
Ob beim abendlichen Ausgehen, an einem Wochenende außer Haus oder im Urlaub: Eine zeitgesteuerte Beleuchtung kann den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist. Dafür kommen etwa Zeitschaltuhren, steuerbare Leuchten oder TV-Simulatoren infrage, die mit wechselndem Licht einen laufenden Fernseher nachahmen.
Mit den kürzeren Tagen verändern sich auch die passenden Schaltzeiten, sodass Einstellungen aus dem Sommer an die früher einsetzende Dunkelheit angepasst werden können. Vorhandene Technik kann so weiterhin genutzt werden, ohne dass zusätzliche Geräte nötig sind.
Smarte Technik informiert auch unterwegs
Während Licht nach außen Anwesenheit vermitteln kann, ermöglicht vernetzte Technik von unterwegs den Blick nach Hause. Ist das Paket angekommen? Hat es an der Tür geklingelt? Eine smarte Überwachungskamera oder Video-Türsprechanlage kann solche Fragen beantworten, ohne dass jemand vor Ort sein muss. Tür- und Fenstersensoren zeigen zusätzlich an, ob ein überwachter Zugang noch offen steht. Das kann beruhigen, wenn unterwegs Zweifel aufkommen, ob alle Fenster geschlossen sind.
Für einen Teil der Bevölkerung gehört solche Technik bereits zum Alltag. Laut einer Bitkom-Befragung* nutzen 16 Prozent intelligente Videoüberwachung, zehn Prozent besitzen eine smarte Alarmanlage. Weitere Anschaffungen werden ebenfalls erwogen: In der ZVEI-Umfrage denken 29 Prozent über Investitionen in Videotechnik nach, jeder Fünfte zieht eine klassische Alarmanlage in Betracht.
Alarmanlagen können auf einen erkannten Einbruchsversuch aufmerksam machen. Bei einer Warnung per Smartphone kommt es allerdings darauf an, dass sie rechtzeitig bemerkt wird.
Gerade bei längerer Abwesenheit hilft eine klare Absprache mit einer vertrauten Person, die im Alarmfall erreichbar ist und bei Bedarf weitere Hilfe verständigen kann.
Vernetzte Sicherheitstechnik erweitert den Einbruchschutz um eine digitale Ebene.
Dass auch die Absicherung der Geräte selbst an Bedeutung gewinnt, zeigt die ZVEI-Umfrage: 27 Prozent der Befragten erwägen Investitionen in Cybersicherheit. Dazu gehören etwa geschützte Zugänge und aktuelle Software, damit Unbefugte nicht auf Kameras oder andere vernetzte Geräte zugreifen können. Bei Überwachungskameras kommt zusätzlich der Datenschutz ins Spiel, sobald auch Nachbarn, Passanten oder angrenzende Bereiche erfasst werden.
Sicherheitstechnik sollte zur Wohnsituation passen
Welche Anschaffung weiterhilft, hängt davon ab, was bereits vorhanden ist und wo noch Schutz fehlt. Verlässliche Beratung kann diese Entscheidung erleichtern. Laut dem Sicherheitsmonitor 2025* berücksichtigen 42 Prozent der Befragten Empfehlungen von Fachpersonal, 41 Prozent achten auf Zertifizierungen. Fachliche Unterstützung kann so dabei helfen, aus den verschiedenen Möglichkeiten eine passende Ausstattung zusammenzustellen.
Zum Herbstbeginn muss also nicht gleich die gesamte Sicherheitstechnik erneuert werden. Entscheidend ist, dass vorhandene Sicherungen verlässlich funktionieren und Ergänzungen dort ansetzen, wo sie gebraucht werden. So kann Technik im Alltag entlasten und das Sicherheitsgefühl zu Hause stärken.
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Quellenangabe:
ZVEI e. V. (Verband der Elektro- und Digitalindustrie): Umfrage zu Sicherheitstechnik 2026 (Sicherheitsbedürfnis und erwogene Investitionen; Civey-Befragung unter rund 5.000 Erwachsenen ab 18 Jahren): https://www.zvei.org/p...haushalten
Bitkom e. V.: Smart-Home-Umfrage 2025 (Nutzung intelligenter Videoüberwachung und smarter Alarmanlagen; 1.156 Befragte ab 16 Jahren): https://www.bitkom.org...me-Geraete
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Wohnungseinbruch – Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 des BKA (Fallzahlen einschließlich Versuchen und Versuchsanteil): https://www.k-einbruch.de/
Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Technische Sicherheit (mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen sowie ergänzende Einbruchmeldeanlagen): https://www.polizei-be...icherheit/
VDMA, Messe Essen und VdS: Sicherheitsmonitor 2025 (Sicherheitstechnik und Kriterien für Kaufentscheidungen; INSA-Befragung unter 4.000 Privatpersonen und 1.000 Unternehmen, im Text verwendete Ergebnisse beziehen sich auf Privatpersonen): https://static.messe-e...eilung.pdf