Grillspaß mit Risiko: Zecken an vielen Grillplätzen gefunden

Ob Bratwurst, Veggie-Schnitzel oder Gemüsespieß

Grillen gehört im Sommer zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Dabei geht es nicht nur um die Zubereitung des Grillguts, sondern vor allem darum, mit Freunden und Familie draußen im Grünen eine gute Zeit zu verbringen. 

Doch Vorsicht! Dabei kann man schnell Bekanntschaft mit einem der gefährlichsten Tiere Deutschlands machen: der Zecke. 

Eine bundesweite Untersuchung hat jetzt das Zecken-Vorkommen an öffentlichen Grillplätzen und Grillhütten untersucht – mit besorgniserregendem Ergebnis: An fast allen untersuchten Orten wurden in unmittelbarer Nähe der Grillzonen Zecken gefunden. (1) 

Das Problem: Zecken können gefährliche Krankheitserreger wie das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. (2) 

Durch eine Impfung kann man sich jedoch schützen.

Grillplätze liegen meist an Waldrändern, auf Wiesen oder an Seeufern – den perfekten Lebensräumen für Zecken. Besonders viele der gefährlichen Blutsauger wurden beispielsweise am Grillplatz Wolthausen (Nähe Winsen a. d. Aller, Niedersachsen) und bei der Grillzone Isar Süd (München, Bayern) gefunden. Aber auch am Grillplatz Würfelwiese (Halle a. d. Saale, Sachsen-Anhalt) war das Zeckenvorkommen hoch.

Selbst beim Grillen, Picknick oder Spielen im eigenen Garten können die Parasiten lauern und durch ihren Stich gefährliche Krankheitserreger wie Borrelien oder FSME-Viren übertragen.2 FSME ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden wie Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen führen kann. (3) 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen, die in den sogenannten FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen können. (4)

Das steigende FSME-Risiko in Deutschland

Mit 693 gemeldeten FSME-Erkrankungen haben die Fallzahlen im Jahr 2025 den dritthöchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung erreicht. (3) 

Mittlerweile gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast die Hälfte aller deutschen Stadt- und Landkreise als FSME-Risikogebiete.(3) 

Mit dem Landkreis Nordsachsen in Sachsen und dem Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt kamen im Februar dieses Jahres zwei weitere Risikogebiete dazu. 

FSME ist somit lange kein ausschließlich süddeutsches Problem mehr. 

Die Fallzahlen und Ausbreitung der Risikogebiete zeigen somit deutlich, wie wichtig die richtige Zeckenvorsorge ist. 

Der Berliner Biologe und Zeckenexperte Dr. Olaf Kahl betont: „Es ist wichtig, sich  durch die FSME-Impfung vor der Erkrankung zu schützen, da das Virus bereits beim Einstich durch die Zecke übertragen werden kann.“ Hierbei sollte man darauf achten, das Impfschema einzuhalten. Für einen umfassenden Impfschutz vor FSME sind insgesamt drei Impfungen in einem Abstand von mehreren Monaten nötig. 

Tipps für einen unbeschwerten Grillausflug

Dr. Kahl empfiehlt: „Nach jedem Besuch im Grünen sollte man sich möglichst umgehend gründlich nach Zecken absuchen. Sie stechen bevorzugt in dünne, warme und geschützte Hautstellen wie Kniekehlen, die Bauch- und Brustzone sowie den Intimbereich. Bei Kindern findet man Zecken zudem besonders
oft am Kopf, Haaransatz oder im Nacken. Tragen Sie am besten lange, helle Kleidung und stecken Sie die Hosenbeine in die Socken. 

Auch Zeckenabwehrmittel bieten einen zusätzlichen Schutz. 

Findet man eine Zecke, sollte man diese sofort mit einer Zeckenkarte oder Pinzette entfernen. Dass der Kopf angeblich stecken bleiben kann und die Zecke weiterlebt, ist ein Mythos.“

1. Untersuchungsbedingungen und methodisches Vorgehen der Untersuchung 

Im Zeitraum vom 24.04.2026 bis zum 22.05.2026 wurden im Auftrag der Pfizer Pharma GmbH bundesweit 10 beliebte Grillplätze und -hütten untersucht. Zum Einsatz beim Zeckenfang kam die klassische Flag-Methode, bei der ein Flanelltuch über die bodennahe Vegetation oder die Laubstreu gezogen wird. Aktive Zecken krallen sich bei Kontakt an der Unterseite der Flagge fest und können dann gezählt und abgesammelt werden.

Es wurden pro Fangort 15 Fahnenzüge à ca. 10 m² durchgeführt.

Vorrangiges Ziel der Untersuchung war es, an dem jeweiligen Grillplatz möglicherweise vorhandene Zecken aufzuspüren.

Der Schwerpunkt der Zeckensuche lag deshalb bei den ersten Flaggenzügen auf Gebüschen, in denen die Bedingungen für das Vorkommen und Überleben von Zecken eindeutig günstiger sind als auf freien, stärker sonnenexponierten Flächen.

Trotzdem wurden an mehreren Standorten auch stichprobenartig Wiesen- und Rasenflächen auf Zecken untersucht. Im Rahmen dieser Erhebung wurde lediglich die Anzahl der Zecken ausgewertet. Es wurde nicht untersucht, ob die gefundenen Zecken mit Krankheitserregern wie dem FSME-Virus infiziert sind. 

2. Ergebnisse der Untersuchung

Grillplatz Stadt Bundesland Zecken pro 150 m2
Grillfläche Würfelwiese Halle (Saale) Sachsen-Anhalt 7
Hinterer Grillplatz im
Rosental
Leipzig Sachsen 6
Grillplatz Schlüchtsee Grafenhausen
(Schwarzwald)
Baden-Württemberg 2
Grillplatz Wolthausen Winsen an der Aller Niedersachsen 49
Grillplatz am Schlesischen
Busch
Berlin Berlin 1
Luisenpark am steinigen
Flutgraben-Ufer
Erfurt Thüringen 1
Grillplatz Kräherwald Stuttgart Baden-Württemberg 0
Grillzone Isar Süd München Bayern 43
Grillhütte Burbacher
Waldweiher im
Staatswald Rastpfuhl
Saarbrücken Saarland 3
Uferpark Wäsen
(Bodensee)
Lindau Bayern 5

Umfangreiches Informationen zu aktuellen Risikogebieten gibt es auf www.zecken.de