Nach dem Schlaganfall plötzlich Epilepsie

16 Jahre kämpfte Renate (65) um ihre Selbstständigkeit 

Mit 49 Jahren verändert ein Schicksalsschlag Renates Leben von einem Tag auf den anderen. Nur 48 Stunden nach einem Schlaganfall erleidet sie ihren ersten epileptischen Anfall – eine mögliche Folge, über die viele Betroffene kaum informiert sind. 

Es folgen 16 Jahre voller Therapieversuche, Krankenhausaufenthalte und der Verlust ihrer Selbstständigkeit. 

Dabei hat die dreifache Mutter zwei bis drei schwere epileptische Anfälle im Monat; zweimal lag sie sogar im Koma. Erst das Implantat EASEE® des Heidelberger Unternehmens Precisis ermöglicht ihr wieder einen eigenständigen Alltag. 

Heute erzählt Renate ihre Geschichte, weil sie sich mehr Aufklärung über Epilepsie wünscht, denn ein jeder könnte betroffen sein – und kaum jemand hilft.  

Berlin, 15.07.2026. Renate führte jahrelang einen ruhigen, geordneten Alltag in Witten. Sie war gesund, aktiv und lebte eigenständig. Mit 49 Jahren verändert ein Schlaganfall plötzlich ihr ganzes Leben. 

Denn was sie und ihre Familie nicht ahnen: Er bleibt nicht die einzige Diagnose. 

Nur 48 Stunden später erlebt sie ihren ersten epileptischen Anfall. Dass Epilepsie nach einem Schlaganfall auftreten kann, wusste weder sie noch ihre Angehörigen. 

Dabei ist die heute 65-Jährige mit dem Schicksal nicht allein: Laut einer aktuellen Fachübersicht entwickeln rund drei bis sechs Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb der ersten sieben Tage nach einem Schlaganfall epileptische Anfälle. 

Weitere zehn bis zwölf Prozent erkranken erst später.  Für die Wittenerin folgen 16 Jahre voller Anfälle, Krankenhausaufenthalte und Therapieversuche – und der Verlust eines Lebens, das für sie bis dahin selbstverständlich gewesen war. Denn Renates Epilepsie gehört zu den rund 30 Prozent der Fälle, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken. 

„Das Schlimmste war die Ohnmacht. Ich war mein Leben lang leidenschaftliche Autofahrerin. Plötzlich musste ich das Auto abgeben. Nicht mal mit meinem Dackel konnte ich alleine Gassi gehen“, berichtet sie.

2025 erhält sie schließlich einen Anruf ihres behandelnden Neurologen, der von einer neuen Therapieoption berichtet: dem EASEE® System.

Das minimalinvasive Neurostimulationssystem wird unter die Kopfhaut implantiert und stimuliert gezielt die Hirnregion, in der die epileptischen Anfälle entstehen, und das ohne den Schädel zu öffnen oder das Gehirn selbst zu berühren. Dieser Eingriff wird zum neuen Wendepunkt für Renate: „Seitdem ich das Implantat habe, habe ich keinen einzigen Anfall mehr“, teilt sie lächelnd. 

16 Jahre, 20 Medikamente, 2 Komas – Renates Alltag zwischen Hoffnung und Rückschlägen  

Fast zwei Jahrzehnte suchen Renate und ihre Ärzte nach einer Lösung. In der Zeit liegt sie zweimal im Koma. Bei Stürzen verletzt sie sich mehrfach schwer, unter anderem an der Schulter, am Wadenbein sowie an Fingern und Zehen.  

„Alle zwei bis drei Monate hatte ich einen großen Anfall, ganz zu schweigen von den kleineren. Im Krankenhaus kannten sie uns schon früh beim Namen“, berichtet Renate weiter. 

Die behandelnden Ärzte versuchen in dieser Zeit zahlreiche Therapien. 

Insgesamt probiert die Rentnerin rund 20 bis 30 verschiedene Medikamente aus. Doch keines bringt den gewünschten Erfolg. Stattdessen leidet sie unter starken Nebenwirkungen. 

„Ich war zum Beispiel ständig extrem müde und habe sogar angefangen zu halluzinieren. Ich nahm Dinge wahr, die gar nicht geschahen, bis ich irgendwann an meiner eigenen Wahrnehmung zweifelte“, beschreibt sie die schwierige Zeit. Für Renate und ihre Familie bedeutet jeder neue Therapieversuch deshalb Hoffnung und Angst zugleich, wie sie erklärt: „Es war schwer, sich nach jedem Anfall immer wieder aufzurappeln. Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre der Weg viel schwerer gewesen.“ 

Ein Implantat gibt Renate die Freiheit zurück 

Als ihr behandelnder Neurologe ihr das EASEE®-System erklärt, fällt Renate die Entscheidung leicht. „Ich habe sofort gesagt: Ich mache das. Ich konnte nur was gewinnen.“

 Im November 2025 wird ihr das Implantat eingesetzt. Das System wird individuell exakt über dem Bereich des Gehirns platziert, von dem die Anfälle ausgehen. Von dort sendet es regelmäßig sanfte elektrische Pulse, um die überaktive Hirnregion langfristig zu stabilisieren und epileptischen Anfällen vorzubeugen – ohne dass der Schädel geöffnet oder das Gehirn selbst berührt wird. 

Zusätzlich erhalten Patienten ein kleines externes Steuergerät. Spüren sie erste Anzeichen eines Anfalls, kann damit eine zusätzliche Stimulation ausgelöst werden. 

Und tatsächlich: Seit der Aktivierung im Dezember letzten Jahres hat Renate keinen epileptischen Anfall mehr gehabt. 

Gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten konnte sie darüber hinaus sogar eines ihrer Präparate zur Vorbeugung von Anfällen  absetzen. Aktuell nimmt sie noch vier Medikamente gegen ihre Epilepsie ein. 

Heute geht sie wieder allein einkaufen, fährt Bus und Bahn, setzt sich stundenlang ins Café und kann vor allen Dingen eins: endlich wieder allein mit ihrem Dackel spazieren gehen. Nur das Autofahren hat sie ganz aufgegeben. „Durch EASEE habe ich endlich meine Freiheit zurückgewonnen und ein neues Leben begonnen“, betont die Rentnerin. 

„Wir müssen mehr über Epilepsie reden“ 

Für Renate endet ihre Geschichte nicht mit der erfolgreichen Therapie. Sie möchte vor allem dazu beitragen, dass Epilepsie sichtbarer wird. Denn nicht nur die möglichen Zusammenhänge zwischen Vorerkrankungen wie einem Schlaganfall und epileptischen Anfällen sind vielen kaum bekannt. 

Auch im Alltag wissen viele Außenstehende oft nicht, wie sie im Ernstfall richtig reagieren und Betroffenen helfen können. Hinzu kommt, dass Menschen mit Epilepsie weiterhin häufig mit Vorurteilen konfrontiert sind: Einer deutschen Studie zufolge berichten 64 Prozent der Betroffenen, bereits Stigmatisierung oder Vorurteile erlebt zu haben.

 Gerade deshalb soll ihre Geschichte anderen Betroffenen Mut machen und dazu beitragen, das Wissen über Epilepsie in der Gesellschaft zu verbessern. 

„Wir reden über so viele Erkrankungen. Warum sprechen wir so selten über Epilepsie? Ich wünsche mir, dass mehr Menschen wissen, wie sie helfen können.“ Für Renate persönlich bedeutet das Implantat vor allem eines: „Durch EASEE habe ich endlich meine Freiheit zurückgewonnen und ein neues Leben begonnen – auch in meinem Alter noch.“

Über Precisis:
Die PRECISIS GmbH ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Heidelberg, Deutschland, das sich der Weiterentwicklung neuromodulatorischer Lösungen für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen widmet. 

Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 hat sich PRECISIS mit dem EASEE®-System – ihrem wegweisenden, minimalinvasiven Gehirnschrittmacher für medikamentenresistente fokale Epilepsie – auf Basis belastbarer klinischer Evidenz etabliert. 

Ausgezeichnet mit dem renommierten Health-i Award des Handelsblatts für diesen Durchbruch und als Gewinner des Shark Tank-Wettbewerb der American Epilepsy Foundation demonstriert PRECISIS sowohl technologische Exzellenz als auch ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Patientinnen, Patienten und behandelnden Ärztinnen und Ärzten. 

Mit einem Fokus auf Europa und die Vereinigten Staaten verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Lebensqualität weltweit nachhaltig zu verbessern, indem es frühe, wirksame Therapieoptionen bereitstellt und neue Standards in der Neuromodulation setzt. 

Weitere Informationen finden Sie unter https://precisis.de