Größeres Risiko für Morbus Parkinson bei unbehandelter obstruktiver Schlafapnoe

Gibt es einen Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Morbus Parkinson?

Obstruktive Schlafapnoe ging mit einem größeren Risiko für Morbus Parkinson einher. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler bei der Analyse der Daten von mehr als 11 000 000 US-Veteranen. Eine frühzeitige CPAP-Therapie konnte das Risiko senken.

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe kommt es während des Schlafs zu kurzen Atemstillständen. Diese können sich nicht nur negativ auf den Schlaf, sondern auch auf die Gesundheit der Betroffenen auswirken. Wissenschaftler aus den USA untersuchten den Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und dem Risiko, an Morbus Parkinson zu erkranken.

Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Morbus Parkinson?

Zudem stellten sie sich die Frage, ob eine Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe einen Einfluss auf das Risiko hat. Hierbei konzentrierten sie sich auf die Standardbehandlung der obstruktiven Schlafapnoe, die CPAP-Therapie (kurz für: continuous positive airway pressure). Bei der CPAP-Therapie wird mit Hilfe einer Maske ein kontinuierlicher Atemwegsüberdruck erzeugt, der die Atemwege freihält und verhindert, dass es zu Atemaussetzern kommt.

Analyse der Daten von mehr als 11 000 000 US-Veteranen

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Kohortenstudie Daten aus der elektronischen Gesundheitsakte von 11 310 411 US-Veteranen, die zwischen dem 1. Januar 1999 und dem 30. Dezember 2022 erhoben wurden. Die Studienteilnehmer waren im Durchschnitt 60,5 Jahre alt und 9,8 % waren Frauen. Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug 4,9 Jahre. Die Wissenschaftler untersuchten, wie häufig Personen mit und ohne obstruktive Schlafapnoe an Morbus Parkinson erkrankten und welche Rolle die CPAP-Therapie dabei spielte.

Mehr Parkinson-Fälle bei obstruktiver Schlafapnoe

Insgesamt 13,7 % der Studienteilnehmer (1 552 505 Personen) litten unter obstruktiver Schlafapnoe. Obstruktive Schlafapnoe ging mit mehr Parkinson-Fällen einher. Innerhalb von 6 Jahren nach der Diagnose kam es bei Personen mit obstruktiver Schlafapnoe zu 1,61 zusätzlichen Parkinson-Fällen pro 1 000 Personen (Punktschätzung; 95 % KI: 1,13 – 2,09).

Das erhöhte Risiko für Morbus Parkinson blieb auch nach Berücksichtigung des Body-Mass-Index, vaskulärer Begleiterkrankungen, psychiatrischer Erkrankungen sowie relevanter Medikation bestehen.

Bei Frauen war der Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Morbus Parkinson stärker ausgeprägt. Mit einer frühzeitigen CPAP-Therapie sanken die Fallzahlen.

Frühzeitige CPAP-Therapie kann Parkinson-Risiko senken

Obstruktive Schlafapnoe war somit mit einem erhöhten Risiko für Morbus Parkinson assoziiert. Eine frühzeitige CPAP-Therapie konnte das Risiko senken.

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Original Titel:
Obstructive Sleep Apnea, Positive Airway Pressure, and Implications of Early Treatment in Parkinson Disease

Autor:
Neilson LE, Montaño I, May JL, Sicard S, Cho Y, Iliff JJ, Elliott JE, Lim MM, Scott GD. Obstructive Sleep Apnea, Positive Airway Pressure, and Implications of Early Treatment in Parkinson Disease. JAMA Neurol. 2025 Nov 24:e254691. doi: 10.1001/jamaneurol.2025.4691. Epub ahead of print. PMID: 41284280; PMCID: PMC12645402.