Einfluss psychosozialer Faktoren auf die Teilnahme am Lungenkrebs-Screening
Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und Teilnahme an empfohlenem Lungenkrebs-Screening?
Wer mit seinem Leben unzufrieden ist, sich sozial isoliert fühlt oder wenig soziale Unterstützung erhält, nutzte seltener das Angebot für ein Lungenkrebs-Screening. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler bei der Analyse von mehr als 12 000 Erwachsenen aus den USA, die für das Lungenkrebs-Screening infrage kamen.
Ziel von Screening-Programmen ist es, Krebs bereits im Frühstadium aufzuspüren, um so die Heilungschancen und Behandlungsmöglichkeiten zu erhöhen.
Im April 2026 wurde in Deutschland das jährliche Lungenkrebs-Screening als Kassenleistung für aktive und ehemalige starke Raucher, die definierte Kriterien erfüllen, eingeführt.
In den USA wird das Lungenkrebs-Screening schon länger angewandt, doch viele Personen, denen dieses Programm empfohlen wird, nehmen nicht daran teil.
Psychosoziale Faktoren relevant für Teilnahme an empfohlenem Lungenkrebs-Screening?
Wissenschaftler aus den USA untersuchten, ob bestimmte psychosoziale Faktoren mit der Teilnahme am Lungenkrebs-Screening im Zusammenhang stehen. Für ihre Studie griffen die Wissenschaftler auf populationsbasierte Daten des US-amerikanischen Behavioral Risk Factor Surveillance System (BRFSS) 2022 zurück.
Die Wissenschaftler untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen Lebenszufriedenheit, emotionaler Unterstützung sowie sozialer Isolation und der Teilnahme am Lungenkrebs-Screening gibt.
Analyse der Daten von 12 380 Erwachsenen, die für das Lungenkrebs-Screening infrage kamen
Die Analyse schloss insgesamt 12 380 Erwachsene im Alter von 50 – 79 Jahren ein, die für das Lungenkrebs-Screening infrage kamen. 93,85 % von ihnen waren krankenversichert.
Etwa jeder 8. Teilnehmer (12,51 %) gab an, nur selten oder keine emotionale Unterstützung zu erfahren. Ähnlich viele Teilnehmer (12,16 %) fühlten sich meistens oder immer sozial isoliert.
Beinahe jeder 10. Teilnehmer berichtete, mit dem Leben unzufrieden oder sehr unzufrieden zu sein. Von allen Studienteilnehmern nahmen 17,56 % im vergangenen Jahr am empfohlenen Lungenkrebs-Screening teil.
Die Analyse zeigte, dass Personen, die mit dem Leben unzufrieden oder sehr unzufrieden waren, im Vergleich zu Personen mit höherer Lebenszufriedenheit seltener am Lungenkrebs-Screening teilnahmen (relative Risikoreduktion, RRR: 0,53; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,34 – 0,84; p = 0,007).
Auch soziale Isolation ging mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für die Teilnahme am Lungenkrebs-Screening einher (RRR: 0,69; 95 % KI: 0,49 – 0,98; p = 0,036).
Im Vergleich zu Personen, die sich jederzeit emotional unterstützt fühlten, war die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme am Lungenkrebs-Screening bei Personen mit fehlender Unterstützung (selten bis nie) geringer (RRR: 0,61; 95 % KI: 0,38 – 0,99; p = 0,045).
Weniger Teilnahme bei Lebensunzufriedenheit, sozialer Isolation und fehlender emotionaler Unterstützung
Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, soziale Isolation sowie fehlende emotionale Unterstützung waren somit mit einer geringeren Teilnahme am Lungenkrebs-Screening assoziiert. Daher sollten Präventionsprogramme nicht nur den Zugang zu medizinischen Untersuchungen sicherstellen, sondern auch soziale und psychologische Barrieren berücksichtigen.
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Original Titel:
Associations of life satisfaction, emotional support, and social isolation with lung cancer screening adherence among US adults
Autor:
Sarkar S, Zaidi M, Poghosyan H. Associations of life satisfaction, emotional support, and social isolation with lung cancer screening adherence among US adults. Respir Med Res. 2026 Jun 12;90:101296. doi: 10.1016/j.resmer.2026.101296. Epub ahead of print. PMID: 42503290