Neue Perspektiven im Kampf gegen Hirntumoren

Minimale Lasertherapie in Kombination mit Immuntherapie verdoppelt Überlebenszeit bei Patienten

In Deutschland lautet jedes Jahr für Tausende Menschen die Diagnose auf Hirntumor – gemäß Deutscher Hirntumorhilfe für über 8.000 beim primären Hirntumor, der direkt im Gehirn oder in den Hirnhäuten entsteht. 

Bösartige Gewebewucherungen stellen Betroffene, Angehörige und Ärzte dabei meist vor enorme Herausforderungen. 

„Es gibt keine typischen Symptome und die Behandlung ist aufgrund der Lage im Gehirn und der komplexen Biologie der Tumoren äußerst anspruchsvoll. Standardisierte Therapien reichen insbesondere bei einem Glioblastom, dem häufigsten und bösartigsten primären Hirntumor bei Erwachsenen, deshalb nicht aus“, sagt Prof. Dr. med. Marion Rapp vom Brain Cancer Center an der Beta Klinik Bonn, einer international ausgerichteten Privatklinik. 

„Doch innovative Methoden, wie die Laserinterstitielle Thermotherapie, kurz LITT, verbessern die Behandlungsmöglichkeiten von Patienten signifikant. Neue Studiendaten belegen das Potenzial der Lasertherapie in Kombination mit einer Immuntherapie“, ergänzt Prof. Dr. med. Michael Sabel vom Brain Cancer Center der Beta Klinik Bonn.    

Wenn Hitze die Krebsabwehr aktiviert

Trotz chirurgischer Tumorentfernung, Strahlentherapie und Chemotherapie kommt es bei nahezu allen Glioblastom-Patienten zu einem Rückfall. Für diese Patienten stehen so bislang nur wenige Therapieoptionen mit begrenzter Wirksamkeit zur Verfügung. 

„Immuntherapien mit sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben bei anderen Erkrankungen wie dem Melanom oder dem Lungenkarzinom die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert – beim Glioblastom blieben sie bislang jedoch ohne messbaren Überlebensvorteil. Denn die Blut-Hirn-Schranke blockiert den Zugang von Immunzellen und Medikamenten zum Tumor“, berichtet Prof. Dr. Rapp.

Prof. Dr.  med.  Gasser, Leiter der Neurochirurgie in der Beta Klinik Bonn, führt aus: „Die Laserinterstitielle Thermotherapie setzt genau an diesem Punkt an: Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird ein Laser-Katheter zum Tumor geführt und durch Hitze das Tumorgewebe präzise zerstört. Gesundes Gewebe bleibt hingegen verschont. Gleichzeitig wird die Blut-Hirn-Schranke vorübergehend durchlässig, werden Tumorantigene freigesetzt und wird das lokale und systemische Immunsystem aktiviert – sodass in Kombination mit einer Immuntherapie der Antikörper Pembrolizumab wirksam werden kann.“ 

Die Laserablation eignet sich so besonders für tiefsitzende Gliome oder Hirnmetastasen, die mit einer offenen Operation schwer erreichbar sind. Aber auch bei Epilepsie kann das Verfahren eingesetzt werden.

Aktuelle Studie belegt das Potenzial von Laser- und Immuntherapie

In einer aktuellen Studie, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“, konnte nun erstmals aufgezeigt werden, dass die Kombination der minimalinvasiven Laser- und Immuntherapie die Überlebenszeit von Patienten mit wiederkehrenden Hirntumoren deutlich verlängern kann. 

Patienten, die mit LITT und Pembrolizumab behandelt wurden, erreichten ein medianes Gesamtüberleben von 11,8 Monaten und eine 18-Monats-Überlebensrate von 42 Prozent – gegenüber 5,2 Monaten und 0 Prozent in der Vergleichsgruppe ohne LITT. 

Die Beta Klinik Bonn ist eines der wenigen Zentren in Europa, die LITT mit langjähriger klinischer Erfahrung sowohl bei Hirntumor-Patienten als auch bei Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie einsetzen.

In der Klinik besteht die einzigartige Kombination der langjährigen Expertise in der LITT durch Prof. Gasser und der neuroonkologischen Kompetenz des Brain Cancer Center mit den Fachärzten Prof. Rapp und Prof. Sabel.

Weitere Informationen erhalten Sie auch direkt unter www.betaklinik.de