Zusammenhang zwischen dem Serum-Uratspiegel und dem Darmkrebs-Risiko
Analyse von Daten von 180 480 Studienteilnehmern aus UK Biobank
Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Serum-Uratspiegel und dem Darmkrebs-Risiko anhand der Daten von 180 480 Studienteilnehmern. Sie stellten fest, dass ein höherer Serum-Uratspiegel mit einem geringeren Risiko für Darmkrebs einherging.
Urat ist ein natürliches Antioxidans im Blut. Dessen Rolle bei dem Risiko, an Krebs zu erkranken, ist derzeit noch unklar, da diesbezüglich teils widersprüchliche Daten existieren.
Wissenschaftler leisteten nun einen weiteren Beitrag zu dieser Thematik, indem sie anhand der Daten von mehr als 180 000 Studienteilnehmern den Zusammenhang zwischen dem Serum-Uratspiegel und dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, untersuchten.
Analyse der Daten von mehr als 180 000 Studienteilnehmern
Für ihre Analyse griffen die Wissenschaftler auf die UK Biobank zurück und analysierten die Daten von 180 480 Studienteilnehmern, die zu Beginn nicht an Darmkrebs erkrankt waren. Sie untersuchten prospektiv den Zusammenhang zwischen dem Serum-Uratspiegel und dem Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 11,58 Jahre.
Geringeres Darmkrebs-Risiko bei höheren Serum-Uratspiegeln
Während der Nachbeobachtungszeit erkrankten 1 960 Studienteilnehmer an Darmkrebs. Höhere Uratspiegel gingen mit einem reduzierten Darmkrebs-Risiko einher (Hazard Ratio, HR: 0,85; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,72 – 0,99; p = 0,038).
Bei genauerer Betrachtung fiel auf, dass höhere Uratspiegel bei der Gesamtpopulation zwar mit einem geringeren Risiko für Dickdarmkrebs (HR: 0,79; 95 % KI: 0,65 – 0,96; p = 0,015), nicht aber für Enddarmkrebs (HR: 0,97; 95 % KI: 0,73 – 1,27; p = 0,802) assoziiert waren.
Wurden die Geschlechter getrennt voneinander betrachtet, war der schützende Effekt in Bezug auf Dickdarmkrebs nur bei Frauen (HR: 0,66; 95 % KI: 0,50 – 0,87; p = 0,003) ersichtlich.
Ein höherer Uratspiegel im Serum ging mit einem geringeren Darmkrebs-Risiko einher. Der Zusammenhang konnte vor allem bei Dickdarmkrebs bei Frauen beobachtet werden.
Weitere Forschung ist notwendig, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und zu klären, warum verschiedene Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen gelangen.
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Original Titel:
Serum urate levels and colorectal cancer risk: a prospective cohort study in of the UK biobank and a Mendelian randomization analysis
Autor:
Zhou Y, Xu K, Hu H, Ba Q, Shen N, Lu Y. Serum urate levels and colorectal cancer risk: a prospective cohort study in of the UK biobank and a Mendelian randomization analysis. Discov Oncol. 2025 Nov 7;16(1):2063. doi: 10.1007/s12672-025-03924-y. PMID: 41201474; PMCID: PMC12595151.