Start in ein gesünderes Leben

Rauchentwöhnung als guter Vorsatz

Mit dem Rauchen aufhören – gerade zum Jahreswechsel steht diese Thematik wieder verstärkt im Fokus.

Der Griff zur Zigarette gilt nicht nur als schlechte Angewohnheit, rauchen schadet darüber hinaus dem Körper in hohem Maße: Vom geschädigten Immunsystem bis hin zur chronischen Bronchitis (COPD) gibt es zahlreiche mögliche Folgeerkrankungen.

Zusätzlich erhöht regelmäßiger Tabakkonsum das Risiko eines Herzinfarktes sowie das eines Schlaganfalls und für Lungenkrebs enorm.

Trotz dieses Wissens greifen viele Menschen täglich zur Zigarette: Laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey lag die Zahl der erwachsenen Raucher in Deutschland im Jahr 2018 bei ungefähr 12 Millionen – das entspricht einem Gesamtbevölkerungsanteil von 23 Prozent.

Zu den gesundheitlichen Belastungen kommen der finanzielle Aspekt und inzwischen auch die nachlassende gesellschaftliche Akzeptanz hinzu.

„Die Frage, weshalb immer noch so viele Menschen rauchen, lässt sich leicht beantworten. Es handelt sich um eine Sucht. Der Wirkstoff Nikotin sorgt unter anderem für eine erhöhte Ausschüttung von Dopamin, umgangssprachlich das Glückshormon genannt, deshalb verspüren Raucher den Drang nach Wiederholung“, erklärt Frank Beckers, Chefarzt der Klinik für Chirurgie IV – Thoraxchirurgie im St. Vinzenz-Hospital, Teil der Lungenklinik Köln-Nord.

Er führt weiter aus: „Viele Raucher haben den Wunsch aufzuhören, manchmal schaffen sie es allein und manchmal brauchen sie dabei professionelle Unterstützung.“

Kopfsache
Aufhören beginnt im Kopf. Das Allerwichtigste für einen erfolgreichen Rauchstopp ist neben einem starken Willen der aufrichtige Wunsch dazu.

Für einige funktioniert dabei die Schlusspunkt-Methode am besten, bei der ab einem festgelegten Termin das Rauchen eingestellt wird. Anderen fällt es leichter, den Zigarettenkonsum vorher erst einmal langsam zu reduzieren.

Dabei gilt:
Je länger und intensiver geraucht wurde, desto schwerer fällt in der Regel das Aufhören. „Viele Raucher beschreiben, dass das Verlangen nach Nikotin innerhalb kurzer Zeit nachlässt, die Gewohnheit jedoch die wahre Herausforderung darstellt.

Momente, in denen sie stets geraucht haben, wie nach dem Essen oder zu einem Glas Wein, gehören nach wie vor zum Leben dazu und stellen Aufhörwillige immer wieder aufs Neue auf die Probe.

Außerdem verknüpft das Gehirn Zigarettenpausen mit positiven Erlebnissen, etwa mit einem kurzen ‚Durchschnaufen‘ oder als Belohnung nach einer stressigen Aufgabe“, weiß Beckers. Für diesen Zweck sollen Betroffene sich eine Ersatzbeschäftigung suchen wie etwa Kaugummikauen oder das Kneten eines flexiblen Balles.

Hilfe annehmen
Gestaltet sich der Rauchstopp schwieriger als anfangs angenommen, empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Gerade für starke Raucher bietet es sich an, die Entwöhnung von einem Arzt begleiten zu lassen, der zu Hilfsmitteln wie Nikotinpflaster oder -kaugummis berät und den Raucher im Bedarfsfall auch mit verschreibungspflichtigen, unterstützenden Medikamenten versorgt.

Das private Umfeld sollte ebenfalls einbezogen werden und besonders in schwierigen Momenten motivierend zur Seite stehen. „Es gibt zahlreiche Angebote, die einem das Aufhören erleichtern. Bei uns finden regelmäßig Infoabende statt.

Beratungen gibt es sowohl einzeln in einer Sprechstunde als auch für Gruppen in einem unserer Rauchentwöhnungskurse. Jeder Einzelne wird an seinem ganz persönlichen Punkt abgeholt und bei seinem Vorhaben unterstützt.

Zur Erhaltung der Motivation zeigen wir Teilnehmern beispielsweise die positiven Veränderungen auf, die sich nach bestimmten rauchfreien Zeiten einstellen“, führt der Lungenexperte aus.

So sinkt bereits nach 24 Stunden das Herzinfarktrisiko, nach einem Jahr die Krebsgefahr um 50% und nach zehn Jahren gleicht die Lunge eines ehemaligen Rauchers beinahe der eines Nichtrauchers.
 
Weitere Informationen finden Sie direkt unter www.vinzenz-hospital.de