Knie aufgeschürft: Luft ranlassen oder Zupflastern?

„Lass Luft an die Wunde, dann heilt sie am besten“, heißt es oft.

Aber stimmt das eigentlich wirklich?

Nein.
Bereits seit den 1960er-Jahren ist bekannt, dass es besser ist, eine Wunde nicht austrocknen zu lassen. Eine feuchte Wundbehandlung fördert die Heilung, das Austrocknen der Wunde mit anschließender Schorfbildung hingegen behindert das Abheilen.

Darüber hinaus kann ein feuchtes Wundmilieu das Risiko für spätere sichtbare Narben verringern, Juckreiz beim Abheilen minimieren und schmerzhafte Reize verhindern.

Vor allem Kinder ziehen sich häufig kleinere Wunden zu. Gut, wenn Eltern wissen, was dann zu tun ist. Experten empfehlen folgendes Vorgehen:

Zunächst ist es ratsam, die Wunde mit Trinkwasser säubern.

Bei höherem Infektionsrisiko sollte die Verletzung einmalig zusätzlich mit einem Antiseptikum desinfiziert werden. Danach kann eine Wundauflage aufgebracht werden, die ein feuchtes Wundmilieu fördert. Dazu zählen u. a. Pflaster oder hydroaktive Gele.

In der Apotheke gibt es eine Fülle an geeigneten Verbandsmaterialien. Verbraucher können sich dort beraten lassen, und sollten darauf achten, dass eine Wundauflage gewählt wird, die nicht mit der Wunde verklebt.

Quelle:
Wolfgang Vanscheidt: Feucht ist besser; Pharmazeutische Zeitung online, Ausgabe 29/2010