Prävention: Erstattungsanspruch trifft auf geringe Nachfrage

RehaSport Deutschland sieht großes Potenzial für mehr Gesundheitsvorsorge

Rückenschmerzen vorbeugen, beweglicher werden oder chronischen Erkrankungen entgegenwirken: Für gesetzlich Versicherte übernehmen Krankenkassen häufig einen Teil oder sogar die gesamten Kosten für zertifizierte Präventionskurse. 

  • Besonders gefragt sind Bewegungskurse, auf die rund 63 Prozent aller Teilnahmen entfallen. 

  • Weitere 31 Prozent betreffen Angebote zum Stressmanagement. 

  • Ernährung und Suchtprävention spielen mit zusammen lediglich rund 6 Prozent eine untergeordnete Rolle. 

Auffällig ist zudem der hohe Frauenanteil: 77 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen, nur 23 Prozent Männer. (Quelle: GKV-Spitzenverband, Präventionsbericht 2025)

„Viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Krankenkasse Präventionskurse finanziell unterstützt“, sagt Sabine Knappe, stellvertretende Vorsitzende des RehaSport Deutschland e. V. „Dabei bieten diese Kurse die Chance, die eigene Gesundheit aktiv zu stärken, bevor Beschwerden überhaupt entstehen.“

Präventionskurse nach § 20 SGB V sind darauf ausgerichtet, gesundheitlichen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken. Dazu gehören Bewegungsangebote ebenso wie Angebote zur Stressbewältigung oder Kurse zum Thema gesunde Ernährung. Nach erfolgreicher Teilnahme können Versicherte einen Großteil der Gebühren oder sogar die vollständigen Kosten erstattet bekommen.

Ein Grund für die bislang zurückhaltende Nutzung war nach Einschätzung des RSD, dass viele Versicherte und auch Ärztinnen und Ärzte geeignete Präventionsangebote vor Ort nur schwer finden konnten. 

Mit dem neuen Internetportal praevention-direkt-finden.de der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) steht seit diesem Jahr erstmals eine bundesweite Datenbank mit mehr als 120.000 zertifizierten Präventionsangeboten zur Verfügung. Ärztinnen und Ärzte können mit der Präventionsempfehlung (Muster 36) gezielt auf entsprechende Kurse hinweisen.

„Prävention und Gesundheitsförderung gewinnen zunehmend an Bedeutung und sollen künftig einen noch größeren Stellenwert im Versorgungssystem einnehmen. Auch die aktuellen gesundheitspolitischen Reformbestrebungen verfolgen das Ziel, präventive Angebote stärker zu fördern und die Verantwortung des Einzelnen für die eigene Gesundheit zu stärken“, so Sabine Knappe.

Von dieser Entwicklung profitieren auch Physiotherapiepraxen. Immer mehr Einrichtungen erweitern ihr Angebot um zertifizierte Präventionskurse und schaffen damit wohnortnahe Möglichkeiten für Menschen, ihre Gesundheit aktiv zu erhalten. Der RSD unterstützt Physiotherapiepraxen bundesweit beim Aufbau entsprechender Angebote und stellt seinen Mitgliedern unter anderem zertifizierte Präventionskonzepte sowie Beratungsleistungen zur Verfügung.

„Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen unkompliziert Zugang zu qualitätsgesicherten Präventionsangeboten erhalten“, erklärt Knappe. „Jeder Mensch, der durch regelmäßige Bewegung gesundheitlichen Beschwerden vorbeugt, gewinnt an Lebensqualität – und gleichzeitig wird unser Gesundheitssystem entlastet.“

Hintergrund:
Der RehaSport Deutschland e. V. (RSD) ist einer der größten Leistungserbringerverbände im Rehabilitationssport. 

Der Verband vertritt bundesweit über 1.000 qualifizierte Anbieter von Rehabilitationssport und unterstützt seine Mitglieder mit umfassenden Beratungs- und Serviceleistungen rund um die Organisation und Durchführung von Rehabilitationssport nach § 64 SGB IX, Präventionsangeboten nach § 20 SGB V sowie weiteren gesundheitsfördernden Bewegungs- und Sportangeboten. 

Als kompetenter Partner setzt sich der RSD für die Stärkung des Rehabilitationssports, die Qualitätssicherung der Angebote und die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Kostenträgern und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen ein.