Wie finde ich den richtigen Osteopathen?
Die Nachfrage nach Osteopathie wächst. Gleichzeitig fehlt in Deutschland bislang eine gesetzliche Regelung des Berufs.
Für Patientinnen und Patienten ist es deshalb oft nicht leicht zu durchschauen, woran sie eine qualifizierte Osteopathin oder einen qualifizierten Osteopathen erkennen.
Der Bundesverband Osteopathie e.V. – bvo erklärt, welche Fragen vor dem ersten Termin wichtig sind und worauf es bei der Auswahl der Praxis ankommt.
Die Zahl osteopathischer Behandlungen nimmt seit Jahren zu. Gleichzeitig ist der Begriff „Osteopath“ in Deutschland bislang nicht berufsgesetzlich geschützt.
Zwar hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt, die Osteopathie berufsgesetzlich zu regeln, derzeit bestehen jedoch noch unterschiedliche Ausbildungswege und -standards.
Gerade deswegen sollten sich Patientinnen und Patienten nach der Qualifikation ihres Osteopathen erkundigen. Eine gute Osteopathin oder ein guter Osteopath wird diese offen beantworten und sich Zeit für eine ausführliche Aufklärung nehmen.
Diese Fragen sollten Sie Ihrem Osteopathen stellen
Wer zum ersten Mal eine osteopathische Praxis aufsucht, hat häufig viele Fragen – und das ist gut so. „Vertrauen entsteht durch Transparenz. Eine gute osteopathische Behandlung beginnt mit Zuhören, einer sorgfältigen Untersuchung und einem offenen Austausch. Patientinnen und Patienten sollten sich jederzeit gut informiert und ernst genommen fühlen“, so Godehard Stoll, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Osteopathie e.V. – bvo.
Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
Da der Beruf in Deutschland bislang noch nicht berufsgesetzlich geregelt ist, können sich Ausbildung und Qualifikation unterscheiden. Fragen Sie deshalb ruhig nach dem beruflichen Hintergrund und der osteopathischen Ausbildung.
Wie läuft der erste Termin ab?
Eine osteopathische Behandlung beginnt in der Regel nicht mit der eigentlichen Behandlung, sondern mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei werden aktuelle Beschwerden ebenso besprochen wie frühere Erkrankungen, Verletzungen oder Operationen. Anschließend folgen Untersuchung und Behandlung. Dieser ganzheitliche Blick hilft dabei, Zusammenhänge im Körper besser zu verstehen.
Muss ich mich vollständig ausziehen?
Nein. Für Untersuchung und Behandlung ist in der Regel kein vollständiges Entkleiden erforderlich. Einmaliges Entkleiden bis zur Unterwäsche, um den gesamten Körper betrachten und beurteilen zu können, ist hilfreich und sinnvoll. Bei der Behandlung genügt es, je nach Beschwerdebild, bequeme Kleidung zu tragen oder einzelne Körperbereiche freizumachen.
Welche Unterlagen sollte ich mitbringen?
Hilfreich sind vorhandene Befunde wie Röntgen-, MRT- oder CT-Aufnahmen sowie Arztbriefe oder eine aktuelle Medikamentenliste. Diese Informationen können helfen, die individuelle Situation besser einzuschätzen.
Was kostet die Behandlung – und übernimmt meine Krankenkasse einen Teil der Kosten?
Die Osteopathie gehört nicht zum regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Viele Kassen bezuschussen osteopathische Behandlungen jedoch freiwillig. Da Höhe und Voraussetzungen unterschiedlich sind, lohnt sich eine vorherige Nachfrage bei der eigenen Krankenkasse. Auch die Behandlungskosten sollten vorab transparent besprochen werden.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Eine vertrauensvolle osteopathische Behandlung zeichnet sich durch Transparenz aus. Erst nach Anamnese und Untersuchung kann gemeinsam eingeschätzt werden, ob weitere Termine sinnvoll sind und in welchem Abstand diese stattfinden sollten. Eine pauschale Festlegung der Behandlungsanzahl vor der ersten Untersuchung ist daher nicht üblich.
Woran erkenne ich eine qualifizierte Osteopathin oder einen qualifizierten Osteopathen?
Orientierung bieten Therapeutenlisten der Berufsverbände. Für eine Aufnahme im bvo müssen Osteopathinnen und Osteopathen beispielsweise eine fundierte Ausbildung nach den gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) entwickelten Ausbildungsstandards nachweisen und sich regelmäßig fortbilden.
Gut zu wissen: Checkliste für den ersten Osteopathie-Termin
Gehen Sie gut vorbereitet zu Ihrem Termin und denken Sie an:
- Vorbefunde: Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen sowie Arztberichte können wichtige Informationen liefern.
- Medikamentenliste: Eine Übersicht über regelmäßig eingenommene Medikamente kann hilfreich sein.
- Bequeme Kleidung: Für die Untersuchung ist kein vollständiges Entkleiden erforderlich.
- Eigene Fragen: Notieren Sie offene Fragen oder wichtige Informationen zu Ihren Beschwerden.
- Kostenklärung: Informieren Sie sich vorab über Behandlungskosten und mögliche Erstattungen durch die Krankenkasse.
Die Therapeutenliste des bvo hilft Patientinnen und Patienten dabei, qualifizierte Osteopathinnen und Osteopathen in ihrer Nähe zu finden: https://bit.ly/Osteo-Finden.