Wenn das Kaltwasser zu warm wird: Neue Daten zur Legionellen-Entwicklung
Mit steigenden Temperaturen wächst ein oft übersehenes Risiko
Der Klimawandel erwärmt Grundwasser und Rohrleitungen – und schafft damit ideale Bedingungen für Legionellen. Eine aktuelle Studie der Sanquell GmbH auf Basis von umfangreichen Kundendaten und mikrobiologischen Tests zeigt, dass die Gefahr längst nicht mehr nur Großanlagen betrifft, sondern zunehmend private Haushalte.
Besonders kritisch sind Kaltwassertemperaturen über 25 °C, bei denen sich die Bakterien stark vermehren. Die Untersuchung beleuchtet den Klima-Faktor, hygienische Risiken im Alltag und wirksame Schutzmaßnahmen für das eigene Zuhause.
Mit den ersten warmen Frühlingstagen steigt nicht nur die Vorfreude auf den Sommer. Auch in deutschen Wasserleitungen verändert sich etwas – unsichtbar, aber mit potenziell ernsten Folgen.
Der Klimawandel führt zu einer schleichenden Erwärmung von Grundwasser und Rohrnetzen. Dadurch verschieben sich die Temperaturbereiche im Trinkwassersystem. Legionellen vermehren sich besonders stark zwischen 25 und 45 Grad Celsius.
Genau diese Temperaturen werden inzwischen häufiger erreicht – auch im Kaltwasser. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden 2023 über 2.100 Fälle der lebensgefährlichen Legionärskrankheit gemeldet.
Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Steigende Außentemperaturen, wärmeres Kaltwasser in Leitungen und abgesenkte Warmwassertemperaturen aus Energiespargründen verschärfen die Situation zusätzlich.
Studie: Legionellen sind kein Randproblem mehr
Die aktuelle Studie der Sanquell GmbH basiert auf mehr als 30.000 Kundendaten sowie mikrobiologischen Tests aus der Praxis. Sie zeigt: Die Legionellengefahr ist längst kein reines Problem von Großanlagen oder öffentlichen Gebäuden.
Milde Winter und zunehmende Hitzeperioden führen dazu, dass Kaltwasser in Hausleitungen immer häufiger Temperaturen von über 25 Grad Celsius erreicht. In diesem Bereich können sich Krankheitserreger besonders schnell vermehren.
„Wir beobachten, dass sich die klimatischen Veränderungen direkt auf die Trinkwasserhygiene auswirken“, sagt Arno Bublitz, Geschäftsführer der Sanquell GmbH. „Was früher als Ausnahme galt, wird zunehmend zur neuen Normalität – auch im privaten Haushalt.“
Der Klima-Faktor im Leitungssystem
Ein zentraler Befund der Studie ist der sogenannte Klima-Faktor. Steigende Durchschnittstemperaturen schwächen die thermische Barriere im Trinkwassernetz.
Kaltwasser ist nicht mehr automatisch kalt genug, um das Wachstum von Legionellen zu hemmen. Gleichzeitig werden Warmwassertemperaturen aus Energie- und Kostengründen teilweise reduziert und auftretendes Stagnationswasser, zum Beispiel während der Abwesenheit im Urlaub, sorgt für Bakterienwachstum.
Diese Kombination kann das Risiko erhöhen.
„Der Klimawandel verändert die Basistemperaturen in Gebäuden“, erklärt Bublitz. „Wenn sich Grundwasser, Kellerbereiche und Leitungssysteme dauerhaft erwärmen, müssen wir unsere Hygienestrategien anpassen.“
Hygienefalle Haushalt
Besonders kritisch sind die ersten warmen Wochen des Jahres. In dieser Zeit steht Wasser häufig längere Zeit in Leitungen und Armaturen. Wird es anschließend genutzt, können sich angesammelte Bakterien lösen und eingeatmet werden – etwa beim Duschen.
Die Studie zeigt, dass gerade in privaten Haushalten oft unterschätzt wird, wie stark sich stehendes Wasser bei steigenden Außentemperaturen erwärmen kann.
„Viele Menschen gehen davon aus, dass Trinkwasser in Deutschland grundsätzlich sicher ist – und das ist es auch“, sagt Bublitz. „Aber Sicherheit bedeutet nicht Stillstand. Wir müssen auf neue klimatische Realitäten reagieren.“
Wissenschaftlich geprüfte Schutzmaßnahmen
Neben der Risikoanalyse untersucht die Studie auch technische Schutzmöglichkeiten. Die Auswertung und Prüfungen zeigen, dass 0,2-Mikrometer-Hohlfasermembranen Bakterien sicher zurückhalten und das gefilterte Wasser keine Legionellengefahr mehr für die Gesundheit darstellt.
Solche Lösungen können ein Baustein sein, um die Trinkwasserhygiene im eigenen Zuhause an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen.
„Besonders Trinkwasserhygiene wird zu einem Teil der Klimafolgenanpassung“, so Bublitz. „Wir müssen heute Maßnahmen ergreifen, damit steigende Temperaturen nicht zu steigenden Gesundheitsrisiken führen.“
Über Sanquell:
Die 2007 gegründete Sanquell GmbH mit Sitz in Siek bei Hamburg ist ein führender Spezialist für Hochleistungs-Wasserfilter in gewerblichen Einrichtungen sowie privaten Haushalten.
Mit über 30.000 Kunden und europaweiter Logistik zählt Sanquell zu den etablierten Marken für Wasserfilter. Das Unternehmen entwickelt Systeme, die Schadstoffe und Krankheitserreger effektiv filtern, während lebenswichtige Mineralien im Trinkwasser erhalten bleiben.
Das Portfolio umfasst innovative Filtersysteme für Bad und Küche, zertifizierte Filterpatronen, hochwertige Wassermelder sowie Lösungen zur Wasserbelebung.
Durch den Einsatz bruchsicherer Gehäuse und zertifizierter Komponenten gewährt Sanquell eine Garantie von 5 Jahren auf zentrale Produkte. Seit 2018 wird das Unternehmen von Oliver Knoblauch und Arno Bublitz geführt.
Weitere Informationen erhalten Sie direkt unter www.sanquell.de