Risiko für entzündliche Darmerkrankungen unter Interleukin-Inhibitoren bei Psoriasis
Erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber gastrointestinalen Symptomen unter Ixekizumab-Therapie empfohlen
Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse konnten zeigen, dass die meisten Interleukin-Inhibitoren bei Psoriasis kein erhöhtes Risiko für neu auftretende entzündliche Darmerkrankungen bergen. Eine Ausnahme bildet Ixekizumab, welches signifikant mit einem höheren Risiko assoziiert war.
Interleukin-Inhibitoren stellen eine etablierte therapeutische Option zur Behandlung von Psoriasis dar. Dennoch besteht weiterhin Unsicherheit über das Risiko für neu auftretende chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) bei Menschen mit Psoriasis, die mit Interleukin-Inhibitoren behandelt werden.
CED-Risiko unter Therapie mit Interleukin-Inhibitoren?
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus China hatte das Ziel, das Risiko einer neu auftretende CED bei Psoriasis-Patienten zu evaluieren, welche mit 5 verschiedenen Interleukin-Inhibitoren (Bimekizumab, Ixekizumab, Secukinumab, Brodalumab und Ustekinumab) behandelt wurden. Ziel der Analyse war es, neue Erkenntnisse für klinische Entscheidungen zu gewinnen.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 21 randomisiert-kontrollierte Studien
Insgesamt wurden 17 Artikel mit 21 randomisierten kontrollierten Studien eingeschlossen. In den Behandlungsgruppen traten insgesamt 22 Fälle von neu auftretender CED auf: 3 unter Bimekizumab, 14 unter Ixekizumab, 4 unter Secukinumab, 1 unter Brodalumab und 0 unter Ustekinumab. In den Kontrollgruppen wurde lediglich 1 Fall beobachtet.
Zwischen den Behandlungs- und Kontrollgruppen zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Risiko einer neu auftretenden CED.
Nur für Ixekizumab ergab die statistische Auswertung eine gepoolte Risikodifferenz von 0,0027 (95 % Konfidenzintervall, KI: 0,0001 – 0,0054; I² = 0%; p = 0,04). Eine Sensitivitätsanalyse bestätigte die Stabilität der Daten.
Durchfallrisiko unter Therapie mit Interleukin-Inhibitoren?
Hinsichtlich des Auftretens von Durchfall wurden insgesamt 95 Fälle in den Behandlungsgruppen und 50 Fälle in den Kontrollgruppen dokumentiert. In den Gruppen von Bimekizumab, Secukinumab und Brodalumab wurden 49, 45 bzw. 1 Fall von Durchfall beobachtet, während ihre Kontrollgruppen 11, 39 bzw. 0 Fälle meldeten.
Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Risiko für Durchfall zwischen den Interleukin-Inhibitor-Gruppen und den Kontrollgruppen. Die Sensitivitätsanalyse bestätigte eine gute Datenrobustheit.
In den Gruppen mit Ixekizumab und Ustekinumab wurden keine Fälle von Durchfall berichtet.
Ixekizumab erhöht CED-Risiko bei Menschen mit Psoriasis
Ustekinumab, Bimekizumab, Secukinumab oder Brodalumab scheinen demnach unter Interleukin-Inhibitoren das Risiko einer neu auftretenden CED nicht zu erhöhen. Dagegen war Ixekizumab im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant mit einem höheren Risiko für neu auftretende CED bei Menschen mit Psoriasis assoziiert.
Bei Behandlung mit Ixekizumab sollte auf gastrointestinale Symptome geachtet werden, um mögliche CED-Fälle frühzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln, so das Fazit der Studienautoren.
© Alle Rechte:
DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom
Original Titel:
Risk of new-onset inflammatory bowel disease in psoriasis patients treated with five different interleukin inhibitors: a systematic review and meta-analysis
Autor:
Zhang JX, Li WW, Huang LZ, Lai S, Qiu ZK. Risk of new-onset inflammatory bowel disease in psoriasis patients treated with five different interleukin inhibitors: a systematic review and meta-analysis. Front Immunol. 2025 Jun 4;16:1594998. doi: 10.3389/fimmu.2025.1594998. PMID: 40534876; PMCID: PMC12174387.