Migräne als Risikofaktor für Schlaganfall
Zusammenhang zwischen Migräne und dem Auftreten von Schlaganfällen?
Ein systematischer Review mit Metaanalyse fand, dass Menschen mit Migräne im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein rund doppelt so hohes Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Besonders Frauen und junge Migränepatienten sind laut einer aktuellen Metaanalyse gefährdet.
Eine aktuelle Studie aus China hatte zum Ziel, den Zusammenhang zwischen Migräne und dem Auftreten von Schlaganfällen zu analysieren sowie zu untersuchen, ob Migräne das Risiko für Schlaganfälle erhöht.
Besteht ein höheres Schlaganfallrisiko für Menschen mit Migräne?
Hierzu wurde eine umfassende Literaturrecherche in den Datenbanken Chinese Biomedical Literature (CBM disc), PubMed, Embase, Cochrane Library und Web of Science durchgeführt. Dabei wurden sowohl Schlagwörter als auch freie Suchbegriffe kombiniert.
Nach Anwendung der Ein- und Ausschlusskriterien wurden geeignete Publikationen ausgewählt und anhand der Newcastle–Ottawa Scale (NOS) qualitativ bewertet.
Systematischer Review mit Metaanalyse über 9 Studien
Insgesamt wurden 9 Studien in die Metaanalyse einbezogen. Das Risiko für Schlaganfälle bei Menschen mit Migräne im Vergleich zu Menschen ohne Migräne war doppelt so hoch (Odds Ratio, OR: 2,04; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,73 – 2,4) mit statistisch signifikantem Unterschied.
Das Risiko bei Migräne mit Aura war stärker erhöht (OR: 2,32; 95 % KI: 1,70 – 3,18) als bei Migräne ohne Aura (OR: 1,77; 95 % KI: 1,34 –2,33).
Die Subgruppenanalysen ergaben für Frauen mit Migräne ein stärker erhöhtes Risiko als für Männer (OR: 2,26; 95 % KI: 1,67 – 3,05), ebenso wie für jüngere Menschen mit Migräne (OR: 2,39; 95 % KI: 1,9 – 3,01), jeweils mit statistischer Signifikanz.
Die Bewertung der eingeschlossenen Literatur mit der Newcastle–Ottawa Scale und die Analyse möglicher Publikationsverzerrungen stützten die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.
Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Migräne mit und ohne Aura, besonders bei Frauen
Die Ergebnisse der Metaanalyse deuten laut der Studienautoren darauf hin, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen Migräne und dem Auftreten von Schlaganfällen besteht. Sowohl Migräne mit als auch ohne Aura ist mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden.
Subgruppenanalysen zeigen, dass insbesondere Frauen und junge Menschen ein höheres Risiko aufweisen.
Aufgrund der begrenzten Daten in diesen Untergruppen sind jedoch weitere Studien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen.
© Alle Rechte:
DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom
Original Titel:
Migraine and the correlation between stroke: A systematic review and meta-analysis.
Autor:
Zhao W, Wang D, Tan Y, Yang J, Zhang S. Migraine and the correlation between stroke: A systematic review and meta-analysis. Medicine (Baltimore). 2024 Nov 8;103(45):e40315. doi: 10.1097/MD.0000000000040315. PMID: 39533604; PMCID: PMC11557027.