Schlechterer Schlaf mit Freizeitkonsum von Cannabis

Wie wirkt sich Freizeit-Cannabiskonsum auf den Schlaf aus?

Cannabiskonsum in der Freizeit, fand ein systematischer Review mit Metaanalyse über 120 Studien, ist mit schlechterem Schlaf assoziiert. Dies zeigte sich in Beobachtungsstudien über verschiedene Schlafkomponenten. Weitere Untersuchungen mit besserem Design sind jedoch nötig, um die Zusammenhänge von Cannabis und Schlaf besser zu verstehen.

Cannabis wird häufig in der Hoffnung konsumiert, damit den Schlaf zu verbessern – ohne dass eine ärztlich betreute medizinische Anwendung erfolgt. Wie sich Freizeitkonsum von Cannabis auf den Schlaf und die Schlafqualität auswirkt, ist jedoch unklar.

Wie wirkt sich Freizeit-Cannabiskonsum auf den Schlaf aus?

Wissenschaftler führten nun einen systematischen Review mit Metaanalyse durch und ermittelten dazu relevante Studien aus 6 medizin-wissenschaftlichen Datenbanken. Studien zu Medizinal-Cannabis oder klinische Studien wurden hierbei nicht berücksichtigt. Gaben Teilnehmer an, innerhalb des vergangenen Monats Cannabis konsumiert zu haben, wurde dies als aktueller Konsum klassifiziert.

Systematischer Review mit Metaanalyse über 120 Studien

Die Metaanalyse schloss 120 Studien ein mit Veröffentlichungsdaten zwischen 1972 und 2024. Insgesamt 101 Beobachtungsstudien konnten betrachtet werden, davon 67 Querschnittsstudien (62,0 %) und 41 longitudinale Studien (38,0 %). Von 19 experimentellen Studien wurden 8 randomisiert-kontrolliert durchgeführt, 11 Studien waren kontrolliert ohne vollständige Randomisierung. Die Mehrzahl der Studien untersuchten Erwachsene oder Heranwachsende ab 10 Jahren.

Insgesamt untersuchten 30 Studien Zusammenhänge zwischen Cannabiskonsum und Schlafqualität. Die Metaanalyse fand, dass sowohl aktueller als auch häufigerer Cannabis-Konsum in der Freizeit mit schlechterer Schlafqualität assoziiert waren.

Schlechtere Schlafqualität je nach Konsumgruppe:

  • Aktueller Konsum:
    r: 0,07; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,01 – 0,12

  • Häufigerer Konsum:
    r: 0,09; 95 % KI: 0,01 – 0,16

Studien, an denen mehr Männer teilnahmen, sahen einen ausgeprägteren Zusammenhang zwischen aktuellem Konsum und schlechterer Schlafqualität (β: 0,29; 95 %KI: 0,04 – 0,53).

Es kam zudem sowohl zu kürzeren als auch längeren Schlafdauer und häufigeren Insomnie-Symptomen bei Cannabis-Nutzern. Menschen, die Cannabis in der Freizeit konsumierten, waren außerdem häufiger später abends noch wach (späterer Chronotyp, ‚Eule‘) im Vergleich zu Personen ohne Freizeitkonsum von Cannabis (‚Lerche‘). 

Personen, die jemals Cannabis als Freizeitdroge konsumiert hatten, litten häufiger unter Insomnie und hatten häufiger einen späteren Chronotyp. Freizeitkonsum von Cannabis war aber nicht mit Tagesschläfrigkeit assoziiert.

Schlechterer Schlaf mit Cannabis in der Freizeit

Die Autoren schließen, dass Cannabiskonsum in der Freizeit demnach mit schlechterem Schlaf assoziiert ist. Dies zeigte sich in Beobachtungsstudien über verschiedene Schlafkomponenten. 

Allerdings sehen die Wissenschaftler Einschränkungen in der Interpretierbarkeit vieler Studien. Weitere Untersuchungen mit besserem Design wären daher wünschenswert, um besser zu verstehen, wie sich Cannabis auf den Schlaf auswirkt.

© Alle Rechte: 
DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom

Original Titel:
Recreational cannabis use and sleep in the general population: a systematic review and meta-analysis

Autor:
Mao F, Hoepel SJW, Shahisavandi M, Luik AI, El Marroun H. Recreational cannabis use and sleep in the general population: a systematic review and meta-analysis. Sleep Med Rev. 2025 Dec;84:102189. doi: 10.1016/j.smrv.2025.102189. Epub 2025 Oct 30. PMID: 41187699.