Sind Sie ein Mensch mit Alexithymie?
Wollen Sie sich testen, ob Sie ein Kopf- oder Gefühlsmensch sind?
Gegenwärtig kann man sowohl in der Allgemeinpresse wie der Süddeutschen Zeitung vom 3./4 Januar 2026 (1) als auch in fachbezogenen Journalen, etwa der Apotheken Umschau vom 10. Oktober 2025 (2) ausführlich über Alexithymie lesen.
Dem Referenten (H.S.) war dieser Begriff noch nie begegnet und er las mit großem Interesse zunächst den neuesten Artikel aus dem laufenden Monat (1).
Im Internet fand er dann ausführliche Informationen und sah, dass es Bücher über die Alexithymie gibt, so auch eines von Prof. Dr. med. Hans-Jörgen Grabe von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Greifswald (siehe 3).
Hans Grabe forscht an der Universität Greifswald über den schwierigen Zugang zu den eigenen Gefühlen.
Früher nannte man das Phänomen „Gefühlsblindheit“, einen Ausdruck, den Hans Grabe unpassend findet. Die Betroffenen seien ja gegenüber eigenen Gefühlen nicht blind, der Zugang zu ihnen sei für sie nur schwierig.
Sie registrieren nur den körperlichen Anteil der Gefühle, die Körpersymptome wie zum Beispiel Enge der Brust bei Angst, Kneifen im Magen bei Ärger oder Herzklopfen bei Sorge.
Diese Reaktionen (Herzklopfen, Zittern, Schwitzen und Übelkeit) werden zum Beispiel nicht als Ausdruck etwa von Angst verstanden, sondern als Anzeichen einer körperlichen Erkrankung.
Man schätzt, dass etwa 10% aller Menschen alexithym sind.
„Alexithymie bedeutet „Unfähigkeit, Gefühle zu lesen und auszudrücken“.
Wer von dieser „Gefühlsblindheit“ betroffen ist, kann seine eigenen Emotionen und auch die Emotionen anderer nicht deuten und hat auch keine Worte für sie.
„Betroffene spüren keinen seelischen Schmerz“, sagt Professor Hans Grabe in einem Ärztetag“-Podcast.
Doch wenn auch alexithyme Personen seelische Veränderungen nicht als solche wahrnehmen, wirken sich diese doch auf die körperliche Gesundheit aus.
Die Folge können Anspannung, Schmerzen oder Schlafstörungen sein.
Alexithymie ist an sich ein Persönlichkeitsmerkmal wie etwa Extrovertiertheit, aber keine Erkrankung. Die Menschen leiden nicht darunter.
Freilich könne aber später der Druck so groß werden, dass die Alexithymie zu psychischen (etwa Depressionen) und auch körperlichen Erkrankungen führt.
Die Ursachen liegen in genetischen Faktoren und auch im Stil der Erziehung, wenn von den Eltern das Emotionale vernachlässigt wird.
Bekommen kleine Kinder keinen emotionalen Feedback, so lernen sie oft nicht, ihre eigenen Gefühle entsprechend einzuordnen und zum Ausdruck zu bringen. Sie entwickeln sich zu alexithymen Menschen vom sogenannten „Roboter-Typ“.
Bei Alexithymen vom „Vulkan-Typ“ werden schmerzhafte Gefühle zum eigenen Schutz tief im Inneren abgelagert.
Alexithyme weisen aber auch positive Züge auf
„Sie können Fels in der Brandung sein, lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, geraten nicht so leicht in Panik und sind stressresistent“, beschreibt es die Psycholinguistin Carlotta Welding von der Freien Universität Berlin (siehe 4), die ihre Doktorarbeit zu diesem Thema geschrieben hat und heute im Coaching von Betroffenen tätig ist.
Es existiert eine Reihe von Testen, um auf Alexithymie zu untersuchen, so die wissenschaftlich fundierte „Toronto Alexithymia Scale“ TAS-20 (5).
Der Referent hat einen Selbst-Test aus dem Internet an sich erprobt.
Die 20 Fragen waren so kompliziert und für ihn schwer verständlich formuliert, dass er oft nicht wusste, was nun exakt gemeint sei und was er antworten solle. Zum Schluss kam ein ihn etwas überraschendes Resultat heraus.
Quelle:
Helmut Schatz