Kein generell erhöhtes Krebsrisiko unter GLP-1-Rezeptoragonisten

Untersuchung des Krebsrisikos unter GLP-1RA-Therapie

n einer Metaanalyse aus 50 randomisierten kontrollierten Studien wurde festgestellt, dass GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA) das Gesamtrisiko für Krebserkrankungen nicht signifikant beeinflussen. Allerdings zeigte sich bei adipösen Menschen ein signifikant reduziertes Risiko für Gebärmutterkrebs. Gleichzeitig wurde ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs und in kurzfristigen Studien auch für Darmkrebs festgestellt. Weitere Studien sind erforderlich, um die Zusammenhänge besser zu verstehen.

GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA) werden zunehmend zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas eingesetzt, es besteht jedoch Unsicherheit über mögliche Langzeitrisiken wie Krebserkrankungen. Das Ziel einer Studie aus Italien war es, festzustellen, ob es in randomisierten kontrollierten Studien einen Unterschied im Krebsrisiko zwischen GLP-1RA und Vergleichstherapien gibt.

Breiter Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1RA): Prüfung der Sicherheit mit Blick auf Krebs

Hierzu wurde eine Metaanalyse von randomisierten, kontrollierten Studien durchgeführt, in denen GLP-1RA mit verschiedenen Vergleichstherapien bei Diabetes und/oder Adipositas verglichen wurden. Alle eingeschlossenen Studien hatten eine Mindestdauer von 52 Wochen. Als Endpunkte wurden die Gesamtinzidenz von Krebserkrankungen sowie einzelne Krebsarten analysiert.

Systematischer Review und Metaanalyse über 50 Studien

Insgesamt wurden 50 Studien in die Metaanalyse eingeschlossen. Die Behandlung mit GLP-1RA war nicht mit einem signifikant veränderten Risiko für Krebserkrankungen insgesamt verbunden (Odds Ratio, OR: 1,05; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,98 – 1,13).

Bei adipösen Menschen wurde ein signifikant reduziertes Risiko für Gebärmutterkrebs beobachtet (OR: 0,24; 95 % KI: 0,06 – 0,94).

 Dieser Effekt zeigte sich jedoch nicht in Studien, die auf Diabetes abzielten (OR: 0,92; 95 % KI: 0,58 – 1,47). Ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs wurde insbesondere in längerfristigen Studien festgestellt (OR: 1,55; 95 % KI: 1,05 – 2,27). 

Das Risiko für Darmkrebs war ebenfalls, jedoch nur in Kurzzeit-Studien, signifikant erhöht (OR: 1,27; 95 % KI: 1,03 – 1,57). Für andere Krebsarten wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt.

Kein erhöhtes Gesamtrisiko, aber Hinweise auf spezifische Krebsarten

GLP-1-Rezeptoragonisten scheinen somit in klinischen Studien keinen Einfluss auf die Mehrheit der Krebserkrankungen zu haben. Es konnte sogar ein reduziertes Risiko für bestimmte mit Adipositas assoziierte Krebsarten wie Gebärmutterkrebs aufgezeigt werden, während ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs Anlass zu weiterer Forschung gibt. 

Das erhöhte Risiko für Darmkrebs in kürzeren Studien könnte durch vermehrte diagnostische Maßnahmen aufgrund typischer Nebenwirkungen von GLP-1RA erklärt werden, so das Resümee der Studienautoren.

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Original Titel:
GLP-1 receptor agonists and the risk for cancer: A meta-analysis of randomized controlled trials

Autor:
Silverii GA, Marinelli C, Bettarini C, Del Vescovo GG, Monami M, Mannucci E. GLP-1 receptor agonists and the risk for cancer: A meta-analysis of randomized controlled trials. Diabetes Obes Metab. 2025 Aug;27(8):4454-4468. doi: 10.1111/dom.16489. Epub 2025 May 29. PMID: 40437949; PMCID: PMC12232360.