MEDICAL HIGHLIGHTS & TRENDS

 Ästhetik-Talk mit Dr. med. Stefan Duve

Die globalen Favoriten beim Beauty-Doc 2025? Marktforschung und Statistik kommen zu einem eindeutigen Ranking: Botulinum Toxin und Filler sind nach wie vor on top*, eine Hochrechnung geht von einem globalen Gesamtumsatz von etwa 6,8 Milliarden Dollar** aus.

Dicht gefolgt werden die Injektionen von Skin-Tightening-Verfahren mit Geräten wie Lasern, besonders hohe Zuwachsraten gibt es bei Ultraschallhautstraffern.

Die Nachfrage und damit der Markt nach Geräten wie Ultherapy wuchs weltweit von 2,42 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 2,55 Milliarden für 2025***.

Herr Dr. Duve, was waren 2025 die am häufigsten verlangten minimalinvasiven Ästhetikbehandlungen im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER?

Tatsächlich die bewährten Klassiker, da sind wir im Trend mit den Marktanalysen*: Ganz oben Botox und Filler mit Hyaluronsäure, wobei die mit leicht abnehmender Tendenz, Biostimulatoren wie Exosome und Skinbooster, etwa Lachssperma (Polynucleotide PDRN) und flüssige Hyaluronsäure.

Dazu PRF-Behandlungen, also Plateletrich fibrin, für bessere Hautstruktur und aufbauende Treatments wie Ulthera und Thermage. Diese Beliebtheit liegt natürlich auch daran, dass wir starken Zulauf von Menschen mit Ozempic-Gesicht haben.

Nach dem Motto: Ich habe abgenommen, nun gefällt mir das Gesicht nicht mehr, es wirkt eingefallen oder verhärmt. Auch das Lifting des Halses ist stärker in den Fokus gerückt, besonders nach massivem Gewichtsverlust hängt hier die Haut schlaff herunter.

Wird außerdem die Facelift-OP wieder populärer?

Ja, spätestens seit Kris Jenners neuem Gesicht hat das operative Face Lift zugenommen.* Man weiß nicht genau, mit welcher Technik ihr Arzt, der plastische Chirurg Steven Levine, operiert hat, geht aber davon aus, dass es ein Deep Plane Face Lift war.

Bei dieser speziellen Form werden nicht nur Hautpartien, sondern auch Bindegewebe und Muskelschicht gelöst, angehoben, neu positioniert.

So kann man den gezerrten Windkanal-Look älterer Techniken vermeiden. Allerdings wissen 50 Prozent der Chirurgen nicht, was diese Methode ist – wenn man einen solchen Eingriff in Erwägung zieht, sollte man sich also genau nach den Qualifikationen des Arztes erkundigen.

Aber ja: Grundsätzlich kann man hier von einem Comeback der Beauty-Chirurgie sprechen.

Gibt es denn immer noch keine Alternative zum Schneiden?

Also, ich arbeite sehr gerne mit Chemical Peelings, besonders bei sehr faltiger oder sonnengeschädigter Haut. Die Ergebnisse sind einfach sensationell. Man muss sich allerdings auf acht Wochen Downtime einstellen. Sehr stark gefragt ist das Phenol Peeling, das ich in der Praxis im Dämmerschlaf durchführe.

Am ersten Tag danach muss man mit Schmerzen rechnen, aber die bekommt man mit Ibuprofen gut in den Griff. Das Schlimmste ist die Psyche, Parienten dürfen nicht durchdrehen, weil sie denken, sie werden nie wieder normal aussehen. Darauf muss ich als Arzt eingehen können.

Neben dem Phenol-Peeling – was sind Ihre Behandlungsfavoriten?

Ich arbeite ansonsten gern mit Methoden, die bei vergleichsweise minimalem Einsatz einen maximalen Effekt bei keiner bis wenig Downtime haben und besonders natürliche Ergebnisse liefern – die sind logischerweise auch bei den Patient*innen am beliebtesten. Gerade die regenerative Medizin liefert uns da hervorragende Ansätze.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Zum Beispiel die sogenannten SEFF-Filler. SEFF steht für Superficial Enhanced Fluid Fat Injection, zu Deutsch etwas holprig eine oberflächliche, verbesserte flüssige Fettunterspritzung. Dabei wird körpereigenes Fett als Filler-Material aufbereitet. Es ist reich an Stammzellen, Wachstumsfaktoren und Exosomen, ausnahmslos gut verträglich und verspricht einen sehr hohen Regenerationseffekt. Die injizierten Zellen regenerieren das Gewebe langfristig, was zu einem sehr natürlichen Aussehen führt.

Auch PRF, Platelet-rich-fibrin-Treatment, gibt sehr zufriedenstellende Ergebnisse bei Volumenverlusten. Das thrombozytenreiche Fibrin enthält ebenfalls
hochkonzentrierte Wachstumsfaktoren, Exosome, Botenstoffe und Biostimulatoren, die die Regeneration fördern.

Holen die Männer in Sachen Beauty-Behandlung weiter auf?

Ja, wobei der Fokus bei Männern etwas anders ist – sie legen meist Wert auf die betont maskuline Konturierung des Gesichts, Stichwort markante Jaw Line, und es muss natürlich aussehen. Bei uns im HAUT- UND LASERZENTRUM AN DER OPER liegt die Männerquote seit Jahren stabil bei 30 Prozent, was allerdings nicht repräsentativ ist. Generell kann man aber beobachten, dass Männer sehr Apparateaffin sind, von allem Technischen, wie etwa Lasern, lassen sie sich schnell überzeugen.

Laser machen Sie allgemein immer noch sehr viel?

Klar, damit habe ich vor 30 Jahren angefangen, als ich die ersten Skin Resurfacing  Laser nach Deutschland gebracht habe, und große Erfahrung. Heute sind die Geräte deutlich moderner und für alle Beteiligten komfortabler, aber am Prinzip hat sich nichts geändert. Gewebe wird erhitzt, regeneriert und strafft sich. Mittlerweile ist es allerdings populär geworden, sich damit nicht nur die Haut, sondern das Unterhautfettgewebe straffen lassen zu wollen – das versprechen jedenfalls so einige Ärzte.

Und das geht nicht?

Was umgangssprachlich mit Laser bezeichnet wird, meint in der Regel Geräte, die direkt auf die Haut aufgesetzt werden. Und die arbeiten transkutan. Heißt: Sie reichen bis in die Dermis und straffen dort. Das subkutane Fettgewebe wird damit nicht gezielt modelliert. Um diese Schicht zu erreichen, wird der Eingriff schon etwas aufwendiger. Man muss einen kleinen Schnitt durch die Haut bis ins Gewebe machen und dort eine sehr feine Laser-Faser einführt. Das nennt man dann Laserlipolyse oder Endolift.

Was ist mit sogenannten epigenetischen Lasern?

Das ist totaler Schwachsinn und nicht mehr als ein griffiger Marketingbegriff. Genau wie übrigens Biohacking. Klingt gut, aber es gibt keine Definition, den Begriff kann man unendlich dehnen. Was soll das sein? Hormone, Supplements, selbst ausreichend Schlaf oder herzhaft lachen fällt unter dieses Stichwort … gesunder Menschenverstand übrigens auch.

Was werden wir 2026 hoffentlich nicht mehr sehen?

Wünschenswert wäre, dass die Zahl der schlecht ausgebildeten, unseriösen Ärzte nicht noch weiter zu nimmt und die bereits praktizierenden Scharlatane verschwinden. Auch das Verharmlosen von Nebeneffekten ist eine Unsitte geworden, alles Negative fällt unter den Teppich. Man muss aber immer wieder darauf hinweisen, was schiefgehen kann.

Hyaluronsäure-Filler sind ja nicht in Verruf geraten, weil die Substanzen schlecht sind. Sondern weil es durch unsachgemäße Handhabung massenhaft schlechte Ergebnisse gibt.

Es darf nicht sein, dass die Zahl der Unzufriedenen in der Praxis – und ich sehe sehr viele, die nach schlechten Erfahrungen bei anderen zu uns kommen - von Jahr zu Jahr zu nimmt.

Aber ist ja logisch: Je mehr unqualifizierte Behandler, desto größer der Pfusch an Patient*innen.* Oft so fatal, dass man auch mit aller Kunst und Erfahrung nichts mehr retten kann.

Was erwarten Sie ansonsten für 2026?

Die anfangs erwähnten Topmethoden bleiben, auch Longevity wird als Trendthema bestehen. Methoden wie Fett-weg-Spritze und Fettabsaugen werden abnehmen, da Ozempic und andere Abnehmspritzen weiter auf dem Vormarsch sind. Gerade hat die FDA eine orale Version von Wegovy zugelassen, die die Anwendung noch leichter macht.

Das Topic „erschlaffte Haut“ wird uns also weiter begleiten, wobei ich es spannend finde, vorher anzusetzen und das Ozempic-Face zu verhindern. Generell bleibt Hautoptimierung, also verbesserte Hautqualität ein großes Thema – auch nach einem Facelift – und dazu Authentizität. Man will in der Ästhetik keine starren Ergebnisse wie aus dem 3D-Drucker oder optischen Identitätsverlust.Sondern aussehen, wie das beste, entspannteste Original von sich selbst. Und daran arbeite ich auch weiterhin. 

Wir bedanken uns, dass wir dieses Interview veröffentlichen dürfen

Quellen:

* https://www.dgaepc.de/aktuelles/dgaepc-statistik/dgaepc-statistik-2025/#elementor-toc__heading-anchor-1

** https://www.futuremarketinsights.com/reports/dermal-fillers-and-botulinum-toxin-market

*** https://www.researchandmarkets.com/report/ultrasound-skin-tightening-devices