Schadstoffe in unserer Kleidung?

... das sollten Sie über Chemikalien in der Modeindustrie wissen

Leuchtend rote Pullover, knitterfreie Hemden und Blusen oder wasserabweisende Funktionskleidung...

In vielen Kleiderschränken finden sich bunte Modestücke aus den verschiedensten Materialien.

Damit Kleidung jedoch in vielen unterschiedlichen Farben und mit Eigenschaften wie „bügelfrei“ oder „schmutzabweisend“ in den Handel und anschließend zu den Verbrauchern gelangen kann, kommen bei der Herstellung häufig chemische Substanzen zum Einsatz.

In der Modebranche sind Chemikalien zur Norm geworden und lange Zeit dachten nur wenige über ihre Auswirkungen nach.

„Bis Modestücke auf der Haut landen, haben sie in der Regel einen weiten Weg und einen langen Herstellungsprozess hinter sich. Es gibt mehrere Stationen, an denen Schadstoffe in die Kleidung gelangen können. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern kann sich auch auf die Gesundheit der Tragenden auswirken“, sagt Michaela Schenk, Inhaberin und Geschäftsführerin des Kleiderbügelherstellers MAWA GmbH.

Sie ergänzt: „Zudem gilt es zu bedenken, dass auch Kleiderbügel, auf denen die Mode anschließend im Laden und zu Hause hängt, von Schadstoffen belastet sein können.“

Von Farbstoffen bis Phthalate

Schon beim Anbau von Naturfasern wie Baumwolle kommen teilweise Pflanzenschutzmittel zum Einsatz.

Bei knitter- oder bügelfreien Textilien finden während des Herstellungsprozesses Formaldehyde Verwendung, für wasser- oder schmutzabweisende Beschichtungen per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen und bei etwa zwei Drittel der Farbstoffe handelt es sich um sogenannte Azofarben, die auf Grundlage von Erdöl hergestellt werden.

Teilweise nutzen Hersteller außerdem weitere Chemikalien, zum Beispiel Insektizide, um die Kleidung während des Transportes zu schützen, oder Phthalate zum Aufweichen von Kunststoffbeschichtungen.

All diese Stoffe können bei Trägern der Kleidung etwa Allergien auslösen oder Reizungen der Haut und Atemwege verursachen.

Manche Chemikalien stehen sogar unter Verdacht, krebserregend zu sein.

Zudem belasten Chemikalien die Umwelt. In vielen Produktionsländern gibt es keine oder nur wenige Richtlinien, um beispielsweise zu verhindern, dass die Schadstoffe ins Abwasser und damit auch in die umliegenden Gewässer gelangen.

Mitunter gibt es auch keine ausreichenden Schutzvorkehrungen für die Mitarbeiter in den Fabriken.

Bewusstsein für Thema hat zugenommen

In der Europäischen Union gibt es Vorschriften wie die Gefahrstoffverordnung und die REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien), die die Verwendung der meisten Chemikalien einschränken.

Diese gelten dann auch für alle in den europäischen Wirtschaftsraum importierten Kleidungsstücke.

Der Großteil der Chemikalien wird außerdem nicht von der Haut absorbiert.

Doch aktuelle Regulierungen decken nicht alle potenziellen Schadstoffe ab.

Manche Menschen reagieren auch stärker auf solche Stoffe als andere, sodass sie mit Hautreizungen und Ähnlichem zu kämpfen haben.

Deshalb wird auch empfohlen, Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen, sodass mögliche Rückstände im Stoff entfernt werden.

„Das Bewusstsein für die Belastung für Mensch und Umwelt durch chemische Stoffe hat in den vergangenen Jahren auch deutlich zugenommen. Immer mehr Menschen achten beim Kauf von Modestücken deshalb auch auf Textilsiegel wie Oeko-Tex oder die Zertifizierung von bluesign, die eine Orientierung für nachhaltige Produktion bieten“, sagt Michaela Schenk.

Auch bei Kleiderbügeln auf chemische Inhaltsstoffe achten

Für viele der verwendeten Chemikalien gibt es jedoch Alternativen auf dem Markt. Manche Hersteller verzichten komplett auf diese Substanzen. Wer nur Kleidung ohne Schadstoffe tragen möchte, muss sich allerdings vor dem Kauf ausführlich informieren.

Selbst Mode aus Bio-Materialien garantiert nicht, dass keine schädlichen Chemikalien bei der Herstellung zum Einsatz kamen.

„Verbraucherinnen und Verbraucher sollten zudem darauf achten, die gekauften Modestücke nicht auf Kleiderbügel zu hängen, bei deren Herstellung eventuell ebenfalls Schadstoffe verwendet wurden. Denn gesundheitsgefährdende Stoffe dürfen weder mit der Kleidung noch mit der Haut in Berührung kommen. Deshalb enthalten unsere MAWA-Kleiderbügel auch keine Schwermetalle, phthalathaltigen Weichmacher, Azofarbstoffe, Formaldehyde und auch kein Blei, Quecksilber oder Chrom“, berichtet Schenk.

Das Unternehmen gründete deshalb vor einigen Jahren die Initiativen „ECO friendly“ und „SKIN friendly“.

Mit dem Siegel „ECO friendly“ verpflichtet sich MAWA aus voller Überzeugung zu einer nachhaltigen Produktion.

Über das Siegel „SKIN friendly“ erhalten Kunden das Versprechen, dass MAWA-Kleiderbügel ausschließlich geprüfte Materialien und keine SVHC-Stoffe, die Abkürzung steht für Substances of very high concern, enthalten.

Weitere Informationen erhalten Sie auch direkt unter www.mawa.de  und www.kleiderbuegel-kaufen.de