Stevia - ein gesundes Süßungsmittel PDF Drucken E-Mail

... und empfehlenswerte Alternative zu Zucker?

Wer Lust auf Süßes hat, kann zwischen einigen Varianten wählen – doch diese machen entweder dick oder stehen unter Verdacht, uns gesundheitlich zu ruinieren: Industriezucker, Fructose, Aspartam.

Segensreich erscheinen nun die Inhaltsstoffe (Steviolglykoside) der Stevia-Pflanze: bis zu 400 mal süßer als Zucker, keine Kalorien und angeblich frei von Nebenwirkungen.

In Asien und Südamerika seit Jahrzehnten bereits als Süßstoff genutzt, freuen sich seit 15 Jahren besonders die Diabetiker hierzulande über diese süße Alternative: keine Insulinausschüttung und keine anrechenbaren Broteinheiten.

Auch wenn 2008 dieser neue pflanzliche Süßstoff von der WHO als generell gesundheitlich unbedenklich eingestuft wurde, steht in Europa eine Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff noch aus.

Trotzdem gibt es legale Vertriebswege über das Internet und Apotheken. Inzwischen sind auch multinationale Konzerne auf diese natürliche Süße aufmerksam geworden und so erscheint eine Zulassung für 2010 möglich.

Anders hingegen ist die Situation für die getrockneten Blätter des Stevia-Strauches, welche man zum Süßen von Tee und Teemischungen einsetzen kann. Diese unterliegen der Novel-Food-Regelung der Europäischen Kommission und sollten somit vor einer Zulassung teure toxikologische Prüfungen bestehen, obwohl diese Blätter in anderen Kulturkreisen seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt werden.

So pendelt nun der Antrag auf Zulassung der süßen Blätter seit 2007 zwischen dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hin und her, ohne das es zu einer Entscheidung kommt.

Stevia - mit Vorsicht zu genießen!
Ganz so ungefährlich, wie viele denken, ist Stevia anscheinend doch nicht. Das Gesundheitsportal imedo berichtet, dass Stevia noch nicht ausreichend untersucht ist – auch ein Grund dafür, dass es bisher in der Europäischen Union weder als Lebensmittel noch als Süßungsmittel zugelassen wurde.

Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse sind laut imedo weit weniger positiv als viele Stevia-Verwender glauben. In Asien wird Stevia trotz der wissenschaftlichen Studien und Veröffentlichungen noch als Zuckerersatz verwendet.

Studien zeigen, dass Steviol möglicherweise mutagen und genotoxisch sein könnte und die Sicherheit durch weitere Studien nachzuweisen ist.

Sicher dagegen ist eine minimale toxische Wirkung von Stevia, die durch Tierversuche an Ratten, Hamstern und Mäusen belegt ist. Daraus lassen sich aber nicht in jedem Falle Empfehlungen für den Menschen ableiten.

Von der WHO und der Welternährungsorganisation FAO wurde ein ADI-Wert für Stevia von bis zu 4 Milligramm je Körperkilogramm festgelegt.

Der ADI-Wert gibt an, wie viel des Zusatzstoffes der Mensch jeden Tag gefahrlos aufnehmen kann. Daraus lässt sich schließen, dass Stevia nicht grundsätzlich unbedenklich ist.

Darüberhinaus wird Stevia seit Jahrhunderten in Südamerika als Verhütungsmittel eingesetzt. Es hat also Einfluss auf das männliche Reproduktionssystem, was in Tierversuchen bestätigt wurde.

Studien, die Stevia negative Wirkungen zuschreiben, müssen kritisch betrachtet werden.

Eindeutige Aussagen zu Stevia lassen sich vor dem momentanen Kenntnisstand nicht machen. Allerdings lässt sich die Aussage, dass Stevia sicher und ungefährlich ist, noch weniger belegen.

Vorsichtshalber sollte Stevia kein Bestandteil der menschlichen Ernährung sein. Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Sicherheit und Ungefährlichkeit eindeutig belegt ist.

Quellen: freestevia.de, imedo.de