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Depressiv? Psychiater warnen vor Fehleinschätzung „Hoffnungslosigkeit“

Die Stiftung Warentest hat im aktuellen Heft Onlineprogramme zur Selbsthilfe gegen Depressionen getestet.

Das Ergebnis zeigt:
Vier der acht getesteten Programme sind aus Sicht der Tester für eine erste Selbsthilfe bei leichten bis mittleren psychischen Leiden geeignet. Sie können als Ergänzung zur klassischen Behandlung dienen und vor allem die Zeit bis zur Behandlung durch einen Psychotherapeuten überbrücken. Zudem helfen sie Betroffenen, die den Gang zum Therapeuten scheuen, anonym Hilfe zu erhalten.

Die Experten der Oberberg Gruppe, spezialisiert auf Depressionen, befürworten solche Onlineprogramme und geben Rat, worauf zu achten ist bei digitaler Therapie.

„Sowohl vor, als auch nach einer ärztlichen oder psychologischen Therapie sowie begleitend dazu können Therapie-Programme via Internet oder Smartphone hilfreich und unterstützend sein. Besonders in ländlichen Regionen und bei langen Wartezeiten auf Therapieplätze schließen sie eine Versorgungslücke.

Auch telemedizinische Angebote werden hier künftig an Bedeutung gewinnen“, ist Privatdozent Dr. med. Andreas Wahl-Kordon, Ärztlicher Direktor der Oberbergklinik Schwarzwald, überzeugt. Die Oberbergkliniken beschäftigen sich daher bereits intensiv mit dieser Thematik, auch wenn klar ist, dass diese Angebote den persönlichen Kontakt nicht ersetzen können.

Dr. Wahl-Kordon weiß: „Trotz der sehr hohen Prävalenzzahlen und der guten Behandelbarkeit depressiver Störungsbilder werden viel zu wenig Menschen adäquat behandelt.“

Die WHO geht davon aus, dass selbst schwer depressiv Erkrankte nur zu maximal 50 Prozent eine Behandlung erhalten, was oft mit der hohen Scham, die depressive Menschen für ihre Symptome empfinden, zusammenhängt.

Gut gemeinte Ratschläge von Angehörigen wie „Reiß dich doch mal zusammen, das wird schon wieder“, aber auch der Glaube der Betroffenen daran, dass es keine Hoffnung auf Besserung und Heilung der Depression geben wird, sind Fehleinschätzungen, die eine Behandlung erschweren oder sogar verhindern.

Das ist besonders tragisch, da Menschen und deren Umfeld unter ihren Depressionen ausgesprochen leiden, Suizidgedanken sehr häufig sind und die Suizidrate mit 10 Prozent bedrohlich hoch ist“, so Dr. Wahl-Kordon.

Was sind Depressionen?
Freudlosigkeit, tiefe Traurigkeit, Antriebs- und Interessenlosigkeit, Todessehnsucht und gestörtes Selbstwertgefühl sind Ausdruck von Depressionen. Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und vielfältige körperliche Beschwerden sind die somatischen Folgen.

Bei Depressionen handelt es sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen um ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Diese können genetischer, biochemischer, aber auch pharmakogener (d.h. bedingt durch bestimmte Medikamente) sowie persönlichkeitsbedingter Natur sein.

Darüber hinaus können Lebens- und Sinnkrisen, Partnerschaftskonflikte und Verluste vor dem Hintergrund entwicklungsgeschichtlicher Erlebnisse Depression auslösen.

Oftmals resultiert eine Depression aus einer bestehenden Abhängigkeitserkrankung – ein Teufelskreis, denn die Depression kann die Abhängigkeit noch verschlimmern, oder umgekehrt. Häufig sind betroffene Patienten nicht in der Lage, beides auseinander zu halten.

Hintergrund-Informationen zur Oberberg-Akutkliniken:
Die Oberberg-Akutkliniken sind auf Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burnout, Angst- und Panikstörungen, Traumafolgestörungen, Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen sowie Essstörungen spezialisiert.

Eine Aufnahme ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich.

Weitere Informationen erhalten Sie auch direkt unter https://www.oberbergkliniken.de/


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